Do, 24. Mai 2018

Fantasiemaschine

24.12.2013 07:53

Einmal Gott spielen: "Scribblenauts Unlimited"

Es war 2009, als "Scribblenauts" dank seines außergewöhnlichen Spielprinzips für Furore unter DS-Fans sorgte: Der Spieler löst in einer vor Fantasie sprühenden Welt Rätsel, indem er gottgleich Menschen, Tiere oder Gegenstände erschafft - welche, das bleibt ihm überlassen. Nach langer Verschiebung ist nun mit "Scribblenauts Unlimited" - nach dem PC - auch für Wii U und 3DS ein weiterer Ableger zu haben. krone.at hat die Wii-U-Version unter die Lupe genommen.

Die Entwickler haben "Scribblenauts Unlimited" eine umfangreichere Hintergrundgeschichte spendiert, die erklärt, warum Hauptdarsteller Maxwell Objekte erschaffen kann: Ein schiefgegangener Scherz lässt seine Schwester Lily immer mehr versteinern. Aufhalten können das nur sogenannte Starites - Sterne, die für erfüllte Aufgaben eingesammelt werden.

Das alles ist zwar für den Verlauf des Spiels völlig unwichtig, bringt aber ein wenig Herz hinein. Zudem wird so erklärt, warum nicht nur Maxwell, sondern nach und nach auch seine 40 Brüder gesteuert werden können - spielerische Vorteile hat das allerdings nicht. Fragwürdig ist, dass es keine weiblichen Spielfiguren gibt, gerade kleine Gamerinnen hätten sich darüber sicher gefreut.

Um Starites bzw. Teile davon zu erhalten, muss Maxwell Menschen und sogar Gegenstände glücklich machen - vom rostzerfressenen Auto über den Schüler, der gerne als Klassenclown gelten möchte, und hungrige Zombies bis hin zu neugierigen Aliens. Sie merken schon: Die "Scribblenauts"-Welt strotzt erneut nur so vor Fantasie und verrückter Einfälle.

Verrückte Kombinationen erwünscht
Maxwell spielt mithilfe seines magischen Notizblocks Gott: Der Spieler tippt auf dem Wii-U-Gamepad ein, was er erschaffen möchte, und schon erscheint der, die oder das Gewünschte. Zusätzlich lassen sich Adjektive zuordnen - so wird etwa aus einer dreckigen Toilette eine saubere oder aus einem kleinen ein riesiger Roboter. Natürlich lassen sich zahllose Objekte und Tiere auch benutzen - so reitet auf Wunsch schon mal ein Ritter auf einem Flugsaurier ein. Neuerdings können außerdem gewisse Objekte miteinander verbunden werden - so lassen sich etwa Bösewichte an die Kette legen. Zudem können Gegenstände von Hand anders bemalt und in der Größe verändert werden - ein Tool, das übrigens nur in der Wii-U-Version existiert.

Wie der Spieler die Probleme und eingestreuten Actioneinlagen löst, bleibt zum Großteil ihm überlassen, lediglich das Ziel ist vorgegeben. So kann ein gelangweilter Kavalier mit einem Brettspiel unterhalten werden, das verärgert aber möglicherweise seine Angebetete, die sich wiederum eine Blume erhofft hatte. Da kann es schon mal passieren, dass ein Vorgehen nicht die erwünschte Wirkung zeigt und man Schadensbegrenzung betreiben muss, indem schnell ein neuer Gegenstand hervorgezaubert wird.

Keine Lösung? Kein Problem!
Öfter kommt es allerdings vor, dass ein erschaffenes Objekt überhaupt keine Wirkung erzielt. Immerhin gibt es in einigen Fällen eine Hilfefunktion: Ist der Countdown abgelaufen, gibt es einen Hinweis, was zu tun ist. Kommt man trotzdem nicht weiter, macht sich die neue spielerische Freiheit positiv bemerkbar: Anders als in den Vorgängern werden mit Starites neue Gebiete in der Welt freigeschaltet. Und zwar so großzügig, dass man mit dem Erkunden gar nicht hinterherkommt. Statt sich also mit Aufgaben zu ärgern, deren Lösung man nicht findet, springt man einfach in einen anderen Level. Zudem kann man Herausforderungen anderer Spieler annehmen.

Dank des großen Wii-U-Gamepads geht das alles gut von der Hand, was vor allem daran liegen dürfte, dass das Spiel - außer der HD-Grafik auf dem Fernseher - im Grunde dasselbe ist wie auf dem DS. So kommt es auch, dass die Ausgabe auf dem Fernseher keine Vorteile hat, wenn niemand außer dem Spieler selbst zusehen möchte - man schaut ohnehin ständig auf den Gamepad-Screen. Lobenswert: Wer mag, kann das Spiel nur ebendort anzeigen lassen, bei dieser Option wird zudem der gesamte Ton auf dem Gamepad ausgegeben.

Die musikalische Untermalung ist ganz gut gelungen, die Stücke wiederholen sich allerdings zu oft. Dafür gibt's an der Steuerung wenig zu meckern, lediglich der Charakter ist manchmal im Weg, wenn man auf dem Bildschirm ein kleines Objekt antippen möchte. Auch die Verbindung von Elementen, z. B. mit Ketten oder Seilen, ist etwas fummelig geraten. Apropos Objekte: Diese können im Multiplayer von bis zu drei Mitspielern per WiiMote bewegt werden, das ist allerdings mehr Gimmick als echte Mehrspielererfahrung.

Fazit: "Scribblenauts Unlimited" sprüht vor Fantasie und ist dank der zahlreichen Levels nie frustrierend, auch wenn man nicht jede Lösung findet. Spielerische Freiheit wird hier großgeschrieben - es gibt zahllose Möglichkeiten, die Rätsel und gelegentlichen Action-Sequenzen zu lösen. Kaum eine noch so verrückte, witzige Kombination ist unmöglich, besonders ältere Kinder werden hier ihren Spaß haben. Erwachsene könnten ob des auf Dauer dennoch repetitiven Gameplays schon früher die Lust verlieren.

Plattform: Wii U (getestet), 3DS, PC
Publisher: Warner Bros.
krone.at-Wertung: 8/10

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