Di, 12. Dezember 2017

Gesetz in Rumänien

17.12.2013 08:28

Massentötungen von Streunern noch vor Weihnachten?

Die rumänische Regierung hat letzte Woche die Ausgestaltung des Streunerhunde-Gesetzes, das deren Tötung erlaubt, abgesegnet. Tierschützer hatten sich für ein humaneres Gesetz engagiert, aber letztlich fiel die Entscheidung doch wieder zugunsten der Tötungen aus.

Gabriel Paun, Kampagnendirektor bei "Vier Pfoten": "Derzeit sieht es so aus, dass die rumänische Regierung den Behörden grünes Licht dafür gegeben hat, öffentliche Gelder zur Tötung von Streunerhunden zu verwenden – und das genau zur Weihnachtszeit." Trotz der bisher konstruktiven Zusammenarbeit von "Vier Pfoten" und der nationalen Behörde für Veterinärangelegenheiten und Lebensmittelsicherheit (ANSVSA) bezüglich der Ausgestaltung des Gesetzes wurden im letzten Moment radikale Änderungen vorgenommen.

Entscheidung im stillen Kämmerlein
Der Interessensverband der rumänischen Stadtverwaltungen setzte die Behörden laut "Vier Pfoten" unter Druck, sodass wichtige Vereinbarungen wieder zurückgenommen worden seien, wie zum Beispiel die Verpflichtung der Stadtverwaltung, in erster Linie aggressive Hunde einzufangen. "Es ist sehr ungewöhnlich, den Prozess der Ausgestaltung abzuschließen, ohne dass die Öffentlichkeit und Experten die Möglichkeit bekommen, daran teilzunehmen. Dies zeigt deutlich, wie in Rumänien offenbar Entscheidungen dieser Art getroffen werden: emotionsgeleitet und übereilt", fügt Paun hinzu.

Präsident: Tötungsgesetz ist "nicht perfekt"
Kurz vor dem Treffen mit den Stadtverwaltungen besuchte der Präsident des rumänischen Veterinäramtes die Stadt Wien, um die Problematik öffentlich zu diskutieren. Gegenüber den "Vier Pfoten" räumte der Präsident ein, dass das Gesetz "nicht perfekt" sei und "innerhalb von fünf bis sechs Monaten geändert werden würde, wenn es sich als nicht umsetzbar erweist". Die "Vier Pfoten" wollen alle nötigen Schritte unternehmen, um die Ineffizienz des Tötungsgesetzes nachzuweisen und ein neues Gesetz zu forcieren, das den Tierschutz an vorderste Stelle rückt.

Tierschützer werben für Adoptionen
Nachdem der rumänische Verfassungsgerichtshof der Massentötung von Hunden Ende September stattgegeben hatte, starteten Tierschutzorganisationen sofort eine landesweite Kampagne zur Adoption von Streunerhunden – mit Erfolg. Tierliebhaber brachten bisher rund 700 Streunerhunde, die vom Team der internationalen Tierschutzorganisation kastriert wurden, und nahmen sie anschließend zu sich nach Hause. Um den Adoptionsprozess einfacher zu gestalten, hat "Vier Pfoten Rumänien" eine spezielle Facebook-Seite mit detaillierten Informationen zur Adoption von Streunerhunden ins Leben gerufen.

Viele bürokratische Hürden
Gabriel Paun: "Das neue Gesetz und seine Ausgestaltung unterstützt Adoptionen überhaupt nicht, im Gegenteil: Menschen, die Hunde adoptieren wollen, sehen sich mit einer entmutigenden bürokratischen Vorgangsweise konfrontiert."

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