Di, 22. Mai 2018

Trauer in Indien

16.12.2013 11:34

Gedenken an tödliche Vergewaltigung vor einem Jahr

Ein Jahr nach der tödlichen Gruppenvergewaltigung in Neu Delhi haben zahlreiche Menschen in Indiens Hauptstadt des Opfers gedacht. Am Platz Jantar Mantar, wo im vergangenen Jahr Tausende gegen die Unterdrückung der Frauen in Indien protestierten, zündeten die Demonstranten Kerzen an.

Andere versammelten sich im Süden der Metropole, um die Route abzugehen, die der Bus gefahren war, als die 23-Jährige auf einer Rückbank misshandelt worden war. Dazu fanden mehrere Konzerte an symbolträchtigen Orten statt, etwa an der Kreuzung, an der die junge Frau und ihr Freund vor einem Jahr in den Bus gestiegen waren.

"Es ist ein bedrückender Tag für uns"
Die Familie des Opfers wollte am Verfassungsklub ein Gebet sprechen. "Es ist ein bedrückender Tag für uns", sagte der Bruder der Nachrichtenagentur dpa. "Wer nicht zum Treffen kommen kann, soll für meine Schwester beten, wo auch immer er gerade ist, so dass Gott ihr Frieden schenkt."

Die Demonstranten beklagten, dass die Politik zwar die Gesetze für Sexualtäter verschärft habe, sonst aber viel zu untätig sei. "Es gibt kein wirkliches Interesse daran, die Straßen sicherer zu machen", sagte eine junge Frau.

"Das Schweigen wurde gebrochen"
Die Anwältin und Frauenrechtlerin Vrinda Grover wies darauf hin, dass im vergangenen Jahr viele Menschen in Indien - Frauen wie Männer - ihre Stimme gegen sexuelle Gewalt erhoben hätten. "Das Schweigen wurde gebrochen, das Leugnen des Problems hat aufgehört." Auch die Scham und das Stigma, mit denen die Opfer oft konfrontiert würden, seien endlich aufgebrochen worden.

Der Fall der 23-jährigen Studentin hatte die indische Öffentlichkeit zutiefst aufgewühlt und international für Entsetzen gesorgt. Fünf Männer hatten Mitte Dezember nachts in einem Bus die junge Frau, die mit ihrem Freund auf dem Rückweg vom Kino war, brutal vergewaltigt und so schwer misshandelt, dass sie Wochen später ihren Verletzungen erlag. Auch ihr Freund wurde brutal zusammengeschlagen.

Todesurteile für volljährige vergewaltiger
Die vier volljährigen Vergewaltiger der Frau sind Mitte September zum Tod verurteilt worden. Beteiligt war zudem ein Jugendlicher, der Ende August die Höchststrafe von drei Jahren Jugendarrest erhielt. Einer der volljährigen Täter wurde im März erhängt in seiner Gefängniszelle aufgefunden.

Als Konsequenz der Tat droht Vergewaltigern in besonders schweren Fällen seit März die Todesstrafe. Straffrei hingegen bleiben Vergewaltigungen in der Ehe, ebenso fehlen Gesetze zum Opferschutz. In Neu Delhi hat sich die Zahl der gemeldeten Vergewaltigungen inzwischen mehr als verdoppelt.

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