Mo, 18. Dezember 2017

Augen auf!

07.01.2014 15:21

Was nicht in Ihrem Dienstzeugnis stehen sollte

Wenn Sie sich aus einem alten Job verabschieden, bekommen Sie ein Dienstzeugnis mit auf den Weg, das Ihre Leistungen für Ihren ehemaligen Dienstgeber beschreibt. Wenn sich in diesem Dienstzeugnis jedoch Negativ-Codes für Personalverantwortliche verstecken, haben Sie es damit schwer, zu einem neuen Job zu kommen. Worauf Sie achten sollten, erfahren Sie hier.

Was muss im Dienstzeugnis stehen?
Laut Gesetzgeber müssen im Dienstzeugnis allgemeine Angaben zum Dienstnehmer, die genaue Unternehmensbezeichnung des Dienstgebers, die Dauer des Dienstverhältnisses sowie die Art der Tätigkeit hervorgehen. Ist darüber hinaus eine Aussage hinsichtlich der Qualität der erbrachten Leistungen des Dienstnehmers enthalten, handelt es sich um ein sogenanntes "qualifiziertes Dienstzeugnis" – darauf hat der Dienstnehmer jedoch keinen gesetzlichen Anspruch.

Das Dienstzeugnis darf nichts enthalten, was dem Arbeitnehmer eine Aufnahme in ein neues Dienstverhältnis bei einem anderen Arbeitgeber erschwert. Und genau da beginnt das Problem: Erhält der Arbeitnehmer ein qualifiziertes Dienstzeugnis, das unvorteilhafte Klauseln enthält, besteht sein Anspruch maximal darin, stattdessen ein "gesetzliches" Zeugnis zu erhalten, das auf eine Beschreibung der Qualifikationen verzichtet. Das Licht, das ein derartiges Zeugnis auf den Bewerber wirft, ist jedoch nicht unbedingt ein vorteilhaftes. Es wäre daher sinnvoll, präventiv rasch nach der Kündigung selbst ein Dienstzeugnis zu schreiben und dies dem Chef zur Unterzeichnung vorzulegen – und zu hoffen, dass dieser darauf einsteigt. Auf die im Folgenden genannten Codes sollten Sie jedenfalls achten.

Keine Superlative verwendet?
Wenn ein Dienstnehmer mit "ausgezeichnetem Erfolg" verabschiedet wird, strotzt das Dienstzeugnis nur so von Superlativen, wie "stets zur vollsten Zufriedenheit", "maximaler Einsatz", "bestmögliches Ergebnis" usw. Bereits die Formulierung "volle Zufriedenheit" ist jedoch eine Herabstufung und wird auch immer als solche wahrgenommen.

Bemühen
Hat sich ein Arbeitnehmer laut Zeugnis "bemüht", dann ist seine Arbeit fruchtlos geblieben und hat nicht das gewünschte Ergebnis erreicht. Ähnlich der Effekt, wenn der Einsatz bei Einzelprojekten betont wird: "Dem Projekt ABC galt Herrn Ps vollste Aufmerksamkeit"– aber alles andere wurde nur mäßig beachtet bzw. gar nicht erfüllt. Ebenso wie folgender Satz: "Frau Z. hat sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten um das Projekt gekümmert." Nur leider war der Rahmen ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten begrenzt.

Zu kommunikativ
Wenn ein Mitarbeiter als "kommunikationsstark" und "sozial" gewürdigt wird, bedeutet dies, dass er sehr viel geplaudert und dabei die Arbeit vergessen hat. In dieselbe Kerbe schlägt der Satz "Herr X. zeigte hinsichtlich seiner Fähigkeiten immer großes Selbstvertrauen." Das bedeutet nichts anderes, als dass der Mitarbeiter sich regelmäßig besser verkaufen wollte, als er war. Vorsicht auch, wenn ein Verweis auf den Einsatz für Kollegen oder die "sozialen Interessen der Belegschaft" vorhanden ist – im Klartext steht hier: "Vorsicht, Querulant!"

Falsche Prioritäten
Wird darauf hingewiesen, dass der Mitarbeiter seine Aufgaben bloß "ordnungsgemäß" erledigt hat, war er wohl mit seinem Engagement nicht primär im beruflichen Umfeld tätig – keine neuen Impulse, kein übermäßiger Einsatz. Ebenso deutet die Formulierung, man sei mit "Interesse und Begeisterung" bei der Sache - ohne Ergänzung hinsichtlich erzielter Ergebnisse -, darauf hin, dass man seine Arbeiten nicht zum wunschgemäßen Ergebnis gebracht hat, weil der Fokus auf die Prioritäten gefehlt hat.

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