Mi, 13. Dezember 2017

Polit-Sensation in D

15.12.2013 14:21

Erstmals hat bei Bundeswehr eine Frau das Sagen

Das hat es noch nie gegeben: In Deutschland wird mit Ursula von der Leyen eine Frau Verteidigungsministerin. Es ist eine echte Sensation. Die bisherige Arbeitsministerin wird künftig Chefin von 185.000 Soldaten und 70.000 Zivilbeschäftigten und verantwortlich für einen Etat von rund 33 Milliarden Euro sein.

"Alles hört auf ihr Kommando", titelte die "Bild am Sonntag" den historischen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass eine Frau die Befehlsgewalt über die Bundeswehr erhält. Und es ist die große Sensation der Regierungsbildung.

Kanzlerin Angela Merkel kann die Personalie als Zeichen der Modernität ihrer Partei verkaufen. Und von der Leyen kann doch noch als Gewinnerin aus der Regierungsbildung hervorgehen - nachdem lange Zeit darüber spekuliert wurde, dass sie ins Gesundheitsministerium "abgeschoben" wird.

Siebenfache Mutter sagt Generälen, wo es langgeht
"Ausgerechnet von der Leyen? Siebenfache Mutter, frühere Assistenzärztin in der Gynäkologie, Anhängerin der Frauenquote, bisherige Familien- und Arbeitsministerin, Erfinderin des Elterngeldes. Die soll jetzt Generälen erklären, wo es langgeht?", fragt die "Bild". Doch die 55-Jährige habe bessere Voraussetzungen, als es auf den ersten Blick erscheint: Sie kann mit den wichtigsten NATO-Bündnispartnern USA, Großbritannien und Frankreich in deren Muttersprache verhandeln.

Von der Leyen lebte lange Zeit im Ausland. Ihr Weg nach Berlin führte die 55-Jährige über die Stationen Brüssel, London und Kalifornien zurück in die deutsche Heimat, wo sie als Familienministerin für den Kita-Ausbau und als Arbeitsministerin für Hartz IV zuständig war. Nun wird sie Chefin von knapp 200.000 Soldaten und weiteren 70.000 Zivilbeschäftigten.

Ministerin für ihre Arbeitswut bekannt
Ihre größte Stärke sei laut "Bild" ihre eiserne Disziplin. Von der Leyen schlief demnach als Arbeitsministerin häufig in einer kleinen Kammer mit Bett und Dusche hinter ihrem Ministerbüro - um spät abends und gleich nach dem Frühstück Akten lesen zu können. Diese Arbeitswut wird sie auch brauchen, denn der Frust in der Truppe über die Bundeswehrreform ist groß. Zudem muss der künftige Afghanistan-Einsatz organisiert werden. Und dann gibt es da noch eine Aufgabe, für die von der Leyen prädestiniert ist: Der Anteil der Frauen der Bundeswehr liegt mit rund 10 Prozent noch weit unter der Zielgröße von 15 Prozent.

Bei internationalen Verteidigungsministertreffen wird sie als Frau nicht ganz alleine sein. In den Niederlanden gibt es beispielsweise eine Kollegin, und Schweden hat mit Karin Enström sogar eine Verteidigungsministerin, die eine Offizierslaufbahn hinter sich hat.

Schwarz-rotes Team steht
Am kommenden Dienstag sollen die Minister der neuen deutschen Regierung ernannt und vereidigt werden. Die CDU stellt neben Kanzlerin Merkel den Kanzleramtsminister und besetzt fünf Ministerien. Die SPD bekommt sechs Ressorts in der künftigen Bundesregierung, die CSU drei (siehe Story in der Infobox).

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