Mi, 22. November 2017

Wandelbar

20.12.2013 12:01

Sonys neuer „Vaio Fit multi-flip PC“ im Klapp-Test

"Ein umwandelbares Notebook für ein Computer-Erlebnis ohne Kompromisse" verspricht Sony mit seinem neuen "Vaio Fit multi-flip PC": Im Handumdrehen lässt sich das Gerät von einem klassischen Notebook in ein Tablet verwandeln – und wieder zurück, wie krone.at im Test erfahren konnte.

Dass viele Notebooks sich inzwischen auch zum Tablet eignen, ist seit dem Start von Windows 8 vor etwas mehr als einem Jahr schon fast zur Gewohnheit geworden. Immer wieder neu und überraschend sind jedoch die Mechanismen und Konstruktionen, mit denen der durch das Betriebssystem hinzugewonnenen Flexibilität zum Ausdruck verholfen wird: Da wird gedreht, geschoben oder - wie beim Vaio Fit multi-flip PC von Sony - auch geklappt.

Um das Gerät vom Notebook in ein Tablet zu verwandeln, muss lediglich per Schieberegler eine Arretierung gelöst werden; anschließend lässt sich das mittels Magnet an der Unterseite fixierte Display hochklappen und nach vorne ziehen. Die Rückseite wird dabei quasi gefaltet, wodurch sich das mit 14,3 Millimetern Höhe an sich sehr flache Ultrabook in ein mit 17,9 Millimetern dickes Tablet in Keilform verwandelt.

Leicht als Ultrabook, schwer als Tablet
Wie bei anderen Geräten dieser Art gilt, dass der Tablet-Modus nur bedingt "handtauglich" ist: Mit einem Eigengewicht von 1,3 Kilogramm ist das Vaio schlichtweg zu schwer, um über längere Zeit als Tablet-Ersatz zu fungieren. Für ein Note- bzw. Ultrabook ist das Gerät hingegen nicht nur angenehm leicht und flach, sondern macht dank seines Chassis aus gebürstetem Aluminium auch optisch sehr viel her.

Die Verarbeitungsqualität ist Sony-typisch gewohnt gut, nur bei den Scharnieren wäre mehr Festigkeit wünschenswert gewesen: Bei zu starkem Schütteln kann es passieren, dass das Display zuklappt. Außerdem gewöhnungsbedürftig: Bei aufgeklapptem Display im Notebook-Modus wird die überraschenderweise rückseitig angebrachte Lautstärkewippe verdeckt und ist somit unerreichbar. Wer die Lautstärke ändern möchte, muss dies also über die Desktop-Oberfläche per Maus oder Touchpad tun.

Präsentieren in Full-HD
Apropos Display: Wer möchte, kann das Vaio auch in einem Präsentationsmodus nutzen. Dafür wird der Bildschirm nach dem Lösen der Arretierung nicht nach vorne gezogen, sondern einfach um 180 Grad nach hinten geklappt. Auf diese Art lässt sich das Vaio dann auch bequem mittels Touch-Eingabe auf der Couch nutzen, ohne das Gewicht mit den Händen stemmen zu müssen. Das Display selbst löst mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf und besticht dank der hauseigenen Triluminos-Technologie durch satte Farben und Kontraste. Ganz von Spiegelungen freisprechen kann sich aber auch das Vaio nicht.

Potent und lautstark
Die von uns getestete Version verfügt außerdem über einen leistungsstarken Core-i7-Prozessor der vierten Generation mit 1,8-GHz-Taktung, acht Gigabyte Arbeitsspeicher sowie eine schnelle, aber mit 256 Gigabyte etwas knapp bemessene SSD. Für die Grafik sorgt Intels HD Graphics 4400. Darüber hinaus erhältlich sind Konfigurationen mit 128 und 512 Gigabyte SSD-Speicher, Core-i3- und Core-i5-Prozessoren sowie lediglich vier Gigabyte Arbeitsspeicher.

Selbst für grafisch anspruchsvollere Anwendungen und Spiele war unser Vaio jedenfalls potent gerüstet. Ein Manko machte sich allerdings bereits unmittelbar nach dem Anschalten bemerkbar: der Lüfter. Selbst bei geringerer Beanspruchung surrt dieser deutlich vernehmbar vor sich hin. Bei starker Auslastung schwillt der Geräuschpegel weiter an, zudem wird die Unterseite des Geräts sehr warm. Was im Winter für so manchen noch von Vorteil sein mag, könnte im Sommer schnell zur Überhitzung führen.

Etwas Linderung verschaffte den sensiblen Ohren im Test eine Änderung der Energieoptionen von "Ausbalanciert" auf "Energiesparmodus". Positiver Nebeneffekt: Die Akkulaufzeit steigt. Sony selbst gibt diese mit bis zu 8,5 Stunden an, bei durchschnittlicher Nutzung, normaler Displayhelligkeit und aktiviertem Funk muss das Vaio unseren Erfahrungen nach jedoch bereits nach um die sechs Stunden an die Steckdose – ein durchaus ausbaufähiger Wert.

Üppige Ausstattung
Bei der sonstigen Ausstattung leistet sich Sony dafür keine Schwächen. Anschlussseitig stehen zwei USB-3.0- und eine HDMI-Schnittstelle zur Verfügung, ein SD-Speicherkartenslot findet an der rechten Gehäuseseite ebenfalls Platz. Im Lieferumfang der getesteten Version enthalten sind zudem ein LAN- und ein VGA-Adapter sowie ein Stylus für die Stifteingabe. Praktisch: Am Netzteil ist ein weiterer USB-Port vorhanden.

Im Inneren wartet das Vaio neben schnellem n-WLAN und Bluetooth 4.0 mit einer Unterstützung für den NFC-Funkstandard auf. Wer videotelefonieren oder fotografieren möchte, kann dies mit der HD-Frontkamera bzw. einer rückseitig angebrachten Kamera mit 8-Megapixel-Auflösung tun. Letztere fertigt selbst bei wenig Umgebungslicht noch halbwegs brauchbare Ergebnisse. Wahre Wunder, sprich: rauschfreie Aufnahmen, darf man sich von ihr jedoch nicht erwarten.

Zu guter Letzt verfügt das Vaio noch über eine Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung, worüber sich all jene freuen dürften, die gerne auch nach Sonnenuntergang noch tippen. Weniger zufrieden zeigten wir uns jedoch mit den Tasten selbst: Sie sind "im Betrieb" relativ laut, zudem erwiesen sich die Abdeckungen als etwas schwammig. Keinen Anlass zur Kritik bot hingegen das angenehm großflächige Multi-Touchpad.

Fazit: Sonys Vaio Fit multi-flip PC erweist sich als gleichermaßen flexibles wie leistungsstarkes Arbeitstier mit gutem Display, üppiger Ausstattung und edler Optik. Wo viel Licht ist, gibt es aber auch Schatten - allen voran der zu laute Lüfter, die nur durchschnittliche Akkulaufzeit, die etwas schwammige und klackernde Tastatur sowie - in unserem Fall - die etwas knapp bemessene Speicherkapazität. Angesichts des durchaus stolzen Anschaffungspreises von 1.500 Euro bei der von uns getesteten Konfiguration hätten wir uns derlei Schwächen eigentlich nicht erwartet.

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