Di, 21. November 2017

Suche manipuliert?

13.12.2013 09:19

Erneut Beschwerde gegen Google in Brüssel

Mehrere Wettbewerber haben sich erneut über den Suchmaschinengiganten Google beschwert. Es gehe weiter um den Vorwurf, dass die Nutzer durch Googles Anzeige von Suchergebnissen hinters Licht geführt werden, erklärte ein Sprecher der Firmenallianz Fairsearch am Donnerstag in Brüssel. Google hatte zwar in den vergangenen Monaten Änderungen der Anzeigen angeboten, doch diese änderten die jetzige Situation "nicht grundlegend".

EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia lässt seit rund drei Jahren mehrere Praktiken von Google prüfen. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass der US-Konzern Suchergebnisse manipuliert. Demnach sollen Ergebnisse von spezialisierten Suchdiensten, die Google selbst betreibt, prominenter angezeigt werden als Ergebnisse der Konkurrenz. Beispiele sind Google Shopping für Einkäufe und Google Flights für Flugreisen.

Dem Marktführer drohen ein Verbot der Praktiken und eine hohe Geldstrafe. Allerdings hat Google bereits zweimal Zugeständnisse angeboten, um dies abzuwenden. Sollte die Kommission die Zugeständnisse annehmen, könnte sie den Fall zu den Akten legen. Doch dagegen machen die Konkurrenzfirmen nun erneut Druck. Zu Fairsearch gehören unter anderem Microsoft, Expedia, Tripadvisor und Nokia.

"Anzeigen nicht von Ergebnissen zu unterscheiden"
Bei ihrer neuen Kritik beruft sich die Firmenallianz auf ein in ihrem Auftrag erstelltes Gutachten. Es belege, dass normale Nutzer häufig nicht merkten, dass sie statt eines neutral errechneten Suchergebnisses ein künstlich von Google nach vorn gebrachtes Resultat anklickten. Diese Kritik bezieht sich ausdrücklich auf die Suchergebnisse nach den von Google jüngst vorgeschlagenen Änderungen.

Forderung nach Sanktionen
Erst vor kurzem hatten sich Europas Verleger ähnlich kritisch zu Googles Änderungsvorschlägen geäußert. Wie die Verleger forderte auch Fairsearch die EU-Kommission auf, die Gangart zu wechseln und nicht weiter auf eine gütliche Einigung zu bauen, sondern den Weg hin zu Sanktionen gegen Google einzuschlagen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden