Mo, 21. Mai 2018

"Hatte einen Anfall"

12.12.2013 10:20

Gebärden-Dolmetscher will kein Hochstapler sein

Jener Gebärden-Dolmetscher, der seit seinem Auftritt bei der Trauerzeremonie für Nelson Mandela in Johannesburg als vermeintlicher Hochstapler gesucht worden war, ist nun aufgespürt worden. Thamsanqa Jantjie (Bild) gab der südafrikanischen Zeitung "The Star" ein Interview und behauptete, einen Anfall erlitten zu haben. Er habe Stimmen gehört und halluziniert. Er sei aber tatsächlich ein Gebärdensprachen-Übersetzer und für die Zeremonie am Dienstag angeheuert gewesen, erklärte Jantjie.

Laut seinen Angaben leide er an Schizophrenie und werde deswegen auch medikamentös behandelt. Der 34-Jährige kann sich immer noch nicht erklären, was am Dienstag passierte, als er vor den Augen der gesamten Welt die Reden der Staatschefs übersetzte (siehe Video in der Infobox).

"Ich befand mich in einer sehr gefährlichen Situation"
Als er die Attacke erlitt, habe er nach seinen eigenen Worten "nichts mehr tun" können und einfach irgendwelche Zeichen gebraucht, die keinen Sinn ergaben. Genau deswegen geriet Jantjie unter Hochstapler-Verdacht. "Ich befand mich in einer sehr gefährlichen Situation und versuchte mich unter Kontrolle zu halten und der Welt nicht zu zeigen, was mit mir passierte", berichtete der 34-Jährige.

"Das Leben ist ungerecht. Diese Krankheit ist ungerecht. Jeder, der sie nicht versteht, glaubt, dass ich ein Schwindler bin", sagte Jantjie und ging damit auf jene Vorwürfe ein, die noch während der Zeremonie in diversen sozialen Netzwerken gepostet worden waren.

"Da war kein Zeichen. Nichts. Er hat buchstäblich mit den Armen gewedelt", hatte auch die Direktorin der südafrikanischen Organisation für Gebärdensprache, Cara Loening, am Mittwoch empört erklärt. Und Andries van Niekerk, Sprecher des Nationalen Taubstummeninstituts, meinte: "Die Taubstummengemeinde ist empört. Wir bedauern, dass die Gehörlosen unter den Trauergästen nicht mitbekommen haben, was andere Staatschefs über das Erbe des Vaters der Nation gesagt haben."

Südafrikanische Regierung lässt Vorfall untersuchen
Der Vorfall wird nicht so schnell ad acta gelegt. Die südafrikanische Regierung versprach, die Vorkommnisse zu untersuchen. Das Büro des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma habe demnach Jantjie bereits kontaktiert, um seinen Auftraggeber ausfindig zu machen.

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