Mo, 20. November 2017

„Atempause“

12.12.2013 08:30

Flughafen Salzburg: Deutsche machen Rückzieher

Während am Mittwochvormittag im Landtag noch eine hitzige Debatte über das Schicksal des Salzburger Flughafens mit Attacken auf die Grünen getobt hat, ist die gute Nachricht aus Berlin indessen wie eine Bombe eingeschlagen. Das Auswärtige Amt zog seine Zustimmung zur Durchführungsverordnung, die den Anflug über Norden auf Salzburg so gut wie unmöglich machen soll, zurück.

"Die Bemühungen zusammen mit Außenminister Michael Spindelegger auf die deutsche Regierung einzuwirken, waren erfolgreich. Die Verordnung hätte den deutsch-österreichischen Staatsvertrag belastet. Das war gute Arbeit", zeigte sich Landeschef Wilfried Haslauer erfreut. Zurücklehnen sei in der Causa aber nun nicht angebracht. "Die Entscheidung stärkt unsere Position, wir müssen aber alles daran setzen, Lösungen für alle Beteiligten zu finden und umzusetzen. Nur dann wird es Ruhe in der Flughafen-Causa geben", so Hauslauer.

"Atempause", aber kein Zurücklehnen
Heißt nun: Zurück an den Verhandlungstisch und Abstand nehmen von emotionalen Schuldzuweisungen. Das Außenministerium sieht in seiner Begründung die im Staatsvertrag über den Flughafen Salzburg vorgesehene Verpflichtung zu Konsultationen mit Österreich noch nicht ausreichend erfüllt.

Für die österreichische Seite bedeutet diese "Atempause", wie es Bürgermeister Heinz Schaden bezeichnet, jedoch auch definitiv kein Zurücklehnen. Die Arbeiten am sogenannten Konsultationsverfahren und damit auch an Verkehrsminister Peter Ramsauers Durchführungsverordnung würden fortgesetzt.

Airport-Chef: "Der Flughafen ist kein Wunschkonzert"
Flughafenchef Roland Hermann begrüßt diese Entwicklung: "Es ist ein Sieg der Vernunft und es ist gut, dass in die überhitzte Diskussion Ruhe einkehrt. Ich habe immer betont: runter vom Gas. Wir brauchen eine Rückkehr zu den Fakten. Der Flughafen ist kein Wunschkonzert, aber wir werden alles tun, um die Situation der Anrainer zu verbessern. Wir sind froh, dass die deutsche Seite nun sozusagen auch amtlich wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt. Und es ist gut, wenn nun gemeinsam und nicht unter Zwang nach neuen Lösungen gesucht wird."

Die Salzburger haben nun die Chance Lösungsvorschläge zu bringen, die die Anrainer entlasten sollen. Von bayrischer Seite wird - wie berichtet - ein Anflugverhältnis von 70 (Norden) zu 30 (Süden) gefordert. Technisch muss das Leitstrahlsystem umgerüstet werden, Piloten und Airlines müssen umprogrammieren, um den schwierigen Südanflug bewältigen zu können.

Alternative Anflugvarianten bei Expertengespräch Thema
Am Donnerstag findet deshalb in Wien ein Expertengespräch mit Austrocontrol, AUA, FlyNiki und Flughafen statt, um die alternativen Anflugvarianten und die Möglichkeiten einer verstärkten Umsetzung nochmals zu besprechen. Ziel ist es soweit entgegenzukommen, dass die Durchführungsverordnung überflüssig wird.

Für Aufsehen sorgt unterdessen eine Auskunft des Air-Berlin-Chefs Wolfgang Prock-Schauer gegenüber der "Krone": Air Berlin werde Salzburg ohnehin nicht aufgeben, da der Südanflug für die Airline technisch kein Problem darstelle.

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