Sa, 16. Dezember 2017

"Newsmaker" Nr. 1

11.12.2013 15:02

"Time"-Magazin kürt Papst zur Person des Jahres

Das US-Magazin "Time" hat Papst Franziskus zur Persönlichkeit des Jahres gekürt. Kaum ein anderer neuer Akteur auf der Weltbühne habe jemals "so schnell so viel Aufmerksamkeit" von allen Seiten erhalten wie das seit neun Monaten amtierende Oberhaupt der katholischen Kirche, begründete "Time" am Mittwoch seine Wahl. Der aus Argentinien stammende Franziskus war im März zum Papst gewählt worden und sorgt seitdem durch bescheidenen Stil und Reformeifer für Aufsehen.

Franziskus sei der einflussreichste globale "Newsmaker" der vergangenen zwölf Monate, heißt es in der Begründung. Für die Wahl der "Person of the Year" gab es laut Kathpress zuletzt fünf Personen zur Auswahl, nämlich NSA-Enthüller Edward Snowden, Syriens Präsidenten Bashar al-Assad, den konservativen US-Senator Ted Cruz, Homosexuellen-Aktivisin Edith Windsor und eben Franziskus.

"Was diesen Papst so bedeutsam macht, ist die Geschwindigkeit, in der er die Vorstellungen von Millionen gefesselt hat, die zuvor ihre Hoffnungen auf die Kirche aufgegeben hatten", schreiben die "Time"-Autoren Howard Chua-Eoan und Elizabeth Dias. "Innerhalb von Monaten hatte Franziskus den Heilungsdienst für die Kirche auf die Erfolgsstraße gebracht."

Vatikan: Franziskus' Botschaft wurde verstanden
Vatikan-Sprecher Federico Lombardi wertete die Entscheidung von "Time" als Zeichen dafür, dass Franziskus' Botschaft begriffen worden sei. "Das ist ein positives Signal, denn diese Auszeichnung betrifft eine Person, die sich in der Welt für spirituelle und religiöse Werte einsetzt und auf einschneidende Weise von Frieden und Gerechtigkeit spricht", sagte Lombardi.

Franziskus ist nicht der erste Papst, der vom US-Nachrichtenmagazin zum Mann des Jahres gekürt wird. Im Jahr 1962 wurde Johannes XXIII. mit dem Titel bedacht, im Jahr 1994 Johannes Paul II.

Der damalige Erzbischof von Buenos Aires war am 13. März 2013 zum neuen römisch-katholischen Kirchenoberhaupt gewählt worden. Er folgte dem im Jänner überraschend zurückgetretenen deutschen Papst Benedikt XVI. nach. Franziskus ist der erste Südamerikaner und Jesuit auf dem Stuhl Petri. Schon mit seinem ersten Auftritt auf der Loggia des Petersdoms eroberte er die Herzen vieler Menschen, als er die Gläubigen zunächst bat, für ihn zu beten.

Kritisch, aber ähnlich konservativ wie Benedikt XVI.
Seit seiner Wahl zum Papst machte Franziskus mit offenherziger Kritik an der Kirchenführung und seinem Eintreten für eine "barmherzige" Kirche Furore. Er gelobte einen kollegialen Führungsstil und setzte ein Kardinalsgremium ein, das die vatikanische Kurie reformieren soll. In Glaubensfragen gilt er jedoch als ähnlich konservativ wie sein Vorgänger, weswegen Beobachter bei den heißen Eisen Frauenpriestertum, Zölibat oder dem Status von wiederverheirateten Geschiedenen keine Bewegung unter Franziskus erwarten.

Franziskus folgt auf Barack Obama als "Person of the Year"
Im vergangenen Jahr war US-Präsident Barack Obama nach seiner Wiederwahl zum zweiten Mal der Titel als Persönlichkeit des Jahres verliehen worden. Im Jahr 2011 hatte sich das Magazin für einen anonymen Demonstranten entschieden und damit die Menschen geehrt, die von den Protesten in der arabischen Welt bis zur Occupy-Bewegung in New York auf die Straße gingen. Das "Time Magazine" krönt seit 1927 jedes Jahr eine "Person of the Year" (früher: "Man of the Year"). Erster "Gekrönter" war Transatlantik-Pilot Charles Lindbergh.

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