Fr, 15. Dezember 2017

Spionage-Cookies

11.12.2013 15:49

NSA nutzt Instrumente der Werbeindustrie

Die NSA hängt sich beim Sammeln von Daten über Internetnutzer offenbar an die Fersen der Online-Werbeindustrie. Der US-Geheimdienst nutze Informationen aus Cookies, die Nutzer online identifizieren, berichtete die "Washington Post". Besonders ein bestimmtes Cookie des Suchmaschinenkonzerns Google sei von Interesse.

Cookies sind kleine Textdateien, die von Internetdiensten und Werbenetzwerken genutzt werden. Die Dateien werden wie ein Notizzettel auf dem Computer, Tablet oder Smartphone der Internetnutzer abgelegt und registrieren, welche Webseiten sie besuchen. Diese Informationen nutzen Unternehmen, um Nutzern auf sie zugeschnittene Werbung anzuzeigen.

Cookies sind allerdings umstritten. Datenschützer sehen ihre Verwendung kritisch, weil damit potenziell das Nutzungs- und Surfverhalten der Anwender verfolgt werden kann. Außerdem ist vielen Internetnutzern nicht bewusst, welche Seiten welche Informationen über sie sammeln.

Dem Bericht nach nutzt die NSA die Daten unter anderem, um den Aufenthaltsort von Zielpersonen herauszufinden. Außerdem würden die Informationen über das Surfverhalten genutzt, um Personen gezielt mit Schadsoftware anzugreifen.

Google-Cookie von besonderem Interesse
Als besonders praktisch habe sich dabei ein Cookie von Google mit dem Namen "PREF" erwiesen, schreibt die Zeitung. In der Textdatei des Internetkonzerns würden zwar keine Namen oder E-Mail-Adressen gespeichert. Über eine Information in dem Cookie könnten die Websites jedoch den Browser einer Person eindeutig identifizieren.

Aus dem Google-Cookie ließen sich zudem die Vorlieben des Nutzers bei Suchanfragen erkennen, etwa über die bevorzugte Sprache, Filter für pornographische Inhalte und die Größe der Trefferliste. Die mit dieser Datei verbundene Geschäftspraxis von Google war bereits Teil einer Auseinandersetzung zwischen Google und der Europäischen Union.

Google selbst lehnte gegenüber der "Washington Post" eine Stellungnahme zur Verwendung eigener Cookies durch die NSA ab. Der Internetkonzern hatte erst Anfang der Woche zusammen mit Branchengrößen wie Facebook, Microsoft und Apple eine weltweite Reform der Internetüberwachung gefordert.

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