Mo, 20. November 2017

5,7-Zoll-Display

21.12.2013 09:00

Kampfpreis-Phablet: Das Acer Liquid S1 im Test

Riesen-Smartphones, sogenannte "Phablets", werden immer beliebter. Allerdings sind die meisten von ihnen vergleichsweise teuer, Einsteiger tun sich mitunter schwer, ein passendes Gerät zu finden. Genau diese Zielgruppe will der taiwanesische Computerhersteller Acer nun mit seinem Liquid S1 ansprechen. Mit 5,7-Zoll-Display und Mittelklasse-Hardware kostet das günstige Android-Riesenhandy gerade einmal knapp über 300 Euro. Was man dafür bekommt, hat krone.at für Sie getestet.

Zu diesem Preis gibt's keine Top-Hardware, aber immerhin solide Mittelklasse: einen 1,5 Gigahertz schnellen Vierkernprozessor aus dem Hause MediaTek, ein Gigabyte RAM und immerhin acht Gigabyte internen Speicher. Wer mehr braucht, kann ihn unkompliziert mittels microSD-Karte um weitere 32 Gigabyte erweitern.

Solide Rechenpower für schmale Börserl
Mit diesen Komponenten läuft Android in Version 4.2 ruckelfrei, Programme starten ausreichend schnell. Sind viele Apps geöffnet, merkt man das im Vergleich zur Oberklasse eher kleine RAM aber doch: Dann kommt es vereinzelt zu kleinen Rucklern.

Aufwendige 3D-Games wie "Asphalt 8" bringen das verbaute PowerVR-Grafikmodul zudem mitunter ins Schwitzen, sind aber lauffähig. Dabei handelt es sich freilich um Kritik auf hohem Niveau. Für den Alltagsgebrauch reicht die vorhandene Power und anspruchslosere Spiele laufen ohne Probleme.

Brauchbares Display mit 720p-Auflösung
Das 5,7 Zoll große IPS-Display liefert eine Auflösung von 1.280 mal 720 Bildpunkten, bietet also nicht Full-HD-Auflösung. Kann man bei diesem Preis auch nicht erwarten. Dafür ist es ausreichend hell für den Praxisgebrauch und auch vergleichsweise blickwinkelstabil, nur die Farben könnten intensiver sein.

Im Freien spiegelt es zudem stark, was für ein Smartphone allerdings nichts Ungewöhnliches ist. Für den alltäglichen Gebrauch und auch längeres Surfen im Web reicht es letztlich, Liebhaber besonders feiner Schrift sollten sich aber besser ein paar Preisklassen weiter oben umsehen.

Zweckmäßige Kameras, kein LTE-Funk
Eine der größten Schwächen des Liquid S1 sind seine Kameras. Weniger die mit zwei Megapixel Auflösung mehr als ausreichend für Videotelefonate dimensionierte Frontkamera, sondern jene an der Rückseite mit ihren acht Megapixeln Auflösung. Die liefert bei Tageslicht Schnappschussqualität, aber auch nicht mehr. Werden die Lichtverhältnisse schlechter, machen sich schnell Rauschen und Unschärfen breit – da hilft auch der LED-Blitz nichts. Den Fotoapparat ersetzt das Liquid S1 nicht.

Kompromisse muss man auch bei der Funkausstattung eingehen. LTE gibt's in dieser Preisklasse nicht – braucht man in der Praxis aber auch nicht, schließlich lassen sich die Mobilfunker den Datenturbo derzeit ohnehin noch teuer bezahlen. Stattdessen funkt das Liquid S1 über das verbreitete HSUPA. Die restliche Ausstattung stimmt: WLAN ist nach N-Standard an Bord, Bluetooth schon in der aktuellen Version 4.0. NFC gibt's allerdings nicht.

Sauber verarbeitet, zweiter Akkudeckel inklusive
Erfreulich gut für diese Preisklasse ist dafür die Verarbeitungsqualität des Acer-Phablets. An der Front ist das Gerät durch kratzfestes Glas abgedeckt, die abnehmbare Rückseite besteht aus griffig-mattem Plastik. Lobenswert: Acer liefert mit dem Smartphone gleich zwei Akkuabdeckungen – eine weiße und eine schwarze. Wer mag, kann es also seinen Vorlieben anpassen.

Alles ist solide zusammengesetzt, wackelt nicht und hat kein Spiel. Den günstigen Preis sieht man dem Acer-Smartphone nicht wirklich an. Einzig die seitlich angeordneten Entsperr- und Lautstärkeschalter haben einen etwas schwammigen Druckpunkt und wirken nicht allzu langlebig.

In der Hand liegt das Liquid S1 grundsätzlich gut, durch seine Größe ist es allerdings nicht für jedermann geeignet. Zwar ist es für ein 5,7-Zoll-Gerät dank dünner Displayränder immer noch vergleichsweise kompakt, in der Hosentasche macht es sich allerdings schon bemerkbar.

Akku nicht besonders ausdauernd
Weniger überzeugend als die Verarbeitung ist die Akkulaufzeit des Liquid S1. Mit einer Kapazität von 2.400 Milliamperestunden ist der Akku recht schwachbrüstig dimensioniert – ähnlich große Smartphones der gleichen Preisklasse bieten oft 1.000 Milliamperestunden mehr an Strom.

Dementsprechend ist das Liquid S1 nicht gerade ein Dauerläufer. Bei durchschnittlicher Nutzung überdauert es zwar einen normalen Tag, am Abend folgt aber unweigerlich das Stromtank-Ritual an der heimischen Steckdose. Sonst kann es sein, dass es schon am nächsten Morgen keinen Strom mehr hat.

Erwähnenswert: Das Acer-Smartphone liefert einen für Handyverhältnisse sehr vernünftigen Klang, der durch eine spezielle dts-Software verbessert wird.

Software mit praktischen Zusatz-Features
Android 4.2 läuft auf dem Liquid S1 in einer Variante, die weitestgehend der Standard-Oberfläche entspricht, die Google verwendet. Allerdings hat Acer das Smartphone mit einigen zusätzlichen Features versorgt, die nicht unpraktisch sind.

So ist etwa eine Automatisierungs-Software an Bord, die automatisch bestimmte Funktionen wie den Lautlosmodus an zuvor festgelegten Standorten aktiviert. Ebenfalls praktisch: Eine Funktion, mit der sich Apps in einem Fenster ausführen und somit gleichzeitig mit anderen Anwendungen anzeigen lassen.

Fazit: Für ein Riesen-Smartphone zum vergleichsweise günstigen Preis von rund 300 Euro verlangt das Acer Liquid S1 dem Benutzer erstaunlich wenige Abstriche ab. Das Display ist eher mittelprächtig, der Akku nicht allzu ausdauernd und die Kameras sind zweckmäßig, dafür bietet es grundsolide Verarbeitung, ausreichend starke Hardware und eine Displaygröße, für die man sonst deutlich tiefer in die Tasche greifen muss. Wer auf der Suche nach einem vernünftigen Einsteiger-Phablet ist, sollte einen Blick auf Acers Smartphone-Riesen werfen.

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