Di, 22. Mai 2018

Obama und Castro

10.12.2013 20:54

Historischer Handschlag bei Mandela-Trauerfeier

US-Präsident Barack Obama hat in einer historischen Geste dem kubanischen Präsidenten Raul Castro am Rande der Trauerfeier für Nelson Mandela am Dienstag in Johannesburg die Hand geschüttelt. Castro lächelte, als Obama ihm am Weg zum Podium die Hand reichte.

Es war das erste Mal, dass es zu solch einer Geste zwischen den Spitzenpolitikern der beiden Länder kam. Havanna deutete den Handschlag als "Geste der Hoffnung", wie es wenig später auf der Homepage der Regierung zu lesen war.

Begegnung war laut Washington nicht im Voraus geplant
Aus dem Weißen Haus verlautete auf Nachfrage, dass die Begegnung nicht im Voraus geplant worden sei. Der Tag habe vor allem zum Ziel gehabt, Mandela zu ehren. "Wie der Präsident sagte, drängen wir alle Staatschefs dazu, Mandelas Kampf für Freiheit zu würdigen, indem sie Grundrechte ihrer Bürger wahren", sagte eine Sprecherin.

Die Beziehungen zwischen den USA und dem sozialistischen Kuba sind seit Jahrzehnten angespannt. Washington hält seit mehr als 50 Jahren eine Wirtschaftsblockade gegen den Inselstaat aufrecht.

Experten warnen vor Überinterpretation des Handshakes
Kenner warnen aber davor, dem Händedruck am Dienstag zu viel Bedeutung beizumessen. "Es ist wahrscheinlich nicht klug, da zu viel hineinzulesen. Castro in diesem Umfeld zu meiden, wäre peinlich und politisch problematisch für Obama geworden. Es wäre Mandelas großmütigem Geist zuwidergelaufen", sagte Michael Shifter, Präsident des Interamerikanischen Dialogs in Washington der Nachrichtenagentur dpa. Shifter ist einer der einflussreichsten Kuba-Experten in den USA.

Shifter betonte aber, dass die US-Regierung offen dafür sei, die Beziehungen zu Havanna zu verbessern. "Und diese Geste unterstreicht diese Offenheit. Aber es gibt einen weiten Weg zu beschreiten, bis man über ein bedeutungsvolles Auftauen des Verhältnisses sprechen kann."

Obama: Mandela "ein Gigant der Geschichte"
In seiner Rede würdigte Obama den verstorbenen südafrikanischen Nationalhelden als "Gigant der Gerschichte". Er verurteilte jedoch vor Zuhörern wie dem chinesischen Vizepräsidenten Li Yuanchao und Zimbabwes Präsident Robert Mugabe die Führer jener Staaten, die sich zwar mit Mandelas Freiheitskampf solidarisch erklärten, aber "keinen Widerspruch aus ihrem eigenen Volk dulden".

Alle Informationen zur Trauerfeier für Nelson Mandela finden Sie in der Infobox!

Obama war auf der Trauerfeier mit großem Jubel empfangen worden. Dagegen wurde Südafrikas Präsident Jacob Zuma im FNB-Stadion in Johannesburg, wo am Dienstag die zentrale Trauerfeier für den südafrikanischen Nationalhelden Mandela stattfand, mehrfach ausgebuht. Selbst während der ersten Ansprachen kam es zu heftigen Missfallensäußerungen vieler Teilnehmer, sobald das Bild Zumas auf den Stadion-Fernsehschirmen gezeigt wurde.

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