Mo, 21. Mai 2018

Mandela-Tod

06.12.2013 13:33

Welt trauert um "Giganten der Gerechtigkeit"

Der südafrikanische Ex-Präsident und Anti-Apartheid-Kämpfer Nelson Mandela ist tot. Weltweit haben Weggefährten und Politiker dem am Donnerstagabend gestorbenen Nationalhelden gedacht. "Er hat mehr erreicht als von einem Menschen erwartet werden kann", trauerte US-Präsident Obama um den Friedensnobelpreisträger. Bundespräsident Heinz Fischer würdigte Mandela als "Lichtgestalt der Menschlichkeit, der Weisheit und Toleranz". UNO-General Ban Ki Moon trauerte um einen "Giganten der Gerechtigkeit" und Papst Franziskus lobte Mandelas Lebenswerk "im Dienste der Menschenwürde".

Südafrika verdanke seinen weitgehend friedlichen Weg in das 21. Jahrhundert "in erster Linie der Klugheit und Glaubwürdigkeit von Nelson Mandela", teilte Fischer am Freitag in einer Aussendung mit. Schon seine erste Begegnung mit dem kurz zuvor aus dem Gefängnis entlassenen Mandela im Spätsommer 1991 habe ihn "zutiefst beeindruckt", sagte Fischer. Der Bundespräsident übermittelte dem südafrikanischen Volk und seinem Präsidenten "die tief empfundene Anteilnahme der österreichischen Bevölkerung".

Faymann: "Welt verneigt sich vor großem Humanisten"
"Die Welt verneigt sich vor dem großen Friedensstifter und Humanisten, dessen Tod uns alle betroffen macht", erklärte Bundeskanzler Werner Faymann zum Ableben Mandelas. Dieser habe "ein beeindruckendes Lebenswerk geschaffen". "Nelson Mandelas Weg wird immer ein Beispiel für ein Miteinander und für einen friedlichen politischen Systemwechsel sein", so Faymann.

Spindelegger: Tod reißt "tiefe Lücke"
Für Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger reißt der Tod Mandelas "eine tiefe Lücke". Der Verstorbene habe mit seinem unerschrockenen Eintreten für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung Generationen inspiriert und Mut gegeben, erklärte Spindelegger. "Die Welt verliert mit Mandela eine der charismatischsten und beeindruckendsten Persönlichkeiten der letzten Jahrzehnte, der bereits zu Lebzeiten zur Legende wurde", so der Vizekanzler.

Obama: "Einer der mutigsten Menschen der Welt"
Mit Mandela hat die Welt nach den Worten von US-Präsident Barack Obama einen der einflussreichsten und mutigsten Menschen verloren. Mandelas größtes Erbe sei ein freies und friedliches Südafrika. "Er hat mehr erreicht als von einem Menschen erwartet werden kann", sagte Obama in einer ersten Reaktion auf den Tod des Friedensnobelpreisträgers.

Mandela habe seine eigene Freiheit für die Freiheit anderer geopfert, so Obama mit Blick auf die langjährige Inhaftierung Mandelas während der Apartheid. Durch seine Politik der Versöhnung habe er ein Beispiel gesetzt. "Ein freies Südafrika im Frieden mit sich selbst als Vorbild für die Welt - das ist sein Vermächtnis an seine geliebte Nation."

Sein eigener Lebensweg als erster schwarzer Präsident der USA sei ohne das Vorbild Mandela schwer vorstellbar, sagte Obama weiter. "Ich bin einer von ungezählten Millionen, die durch Nelson Mandelas Leben inspiriert wurden." Zu seinen eigenen frühesten politischen Aktionen hätten Proteste gegen die Apartheid gehört. "So lange ich lebe, werde ich alles tun, um von ihm zu lernen", so der US-Präsident.

"Gigant der Gerechtigkeit", "Großes Licht in der Welt"
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon würdigte Mandela als "Giganten der Gerechtigkeit". Der Ex-Präsident sei eine "Quelle der Inspiration" für die ganze Welt gewesen, erklärte Ban in New York. "Wir müssen uns von seiner Weisheit, seiner Entschlossenheit und seinem Engagement inspirieren lassen, um die Welt zu verbessern."

Er sei zutiefst traurig über Mandelas Tod, so Ban. "Nelson Mandela hat uns gezeigt, was für unsere Welt und für jeden einzelnen von uns möglich ist - wenn wir zusammen an Gerechtigkeit und Menschlichkeit glauben, davon träumen und uns dafür einsetzen."

Der britische Premierminister David Cameron erklärte auf Twitter, "ein großes Licht in der Welt" sei erloschen. "Nelson Mandela war ein Held unserer Zeit", schrieb Cameron. Die Flaggen vor der Residenz des Premierministers in der Londoner Downing Street Nr. 10 würden auf Halbmast gesetzt. "Tieftraurig" über den Tod Mandelas zeigte sich auch Königin Elizabeth II. "Er hat unermüdlich zum Wohle seines Landes gearbeitet, und sein Erbe ist das friedliche Südafrika von heute."

"Wirken war Inspiration", "Unermüdlicher Kämpfer"
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel würdigte das Wirken Mandelas als "Inspiration". "Mandelas leuchtendes Beispiel und sein politisches Vermächtnis der Gewaltfreiheit und der Absage an jeglichen Rassismus werden für Menschen auf der ganzen Welt noch lange Zeit eine Inspiration bleiben", erklärte Merkel.

Aus Sicht des französischen Präsident Francois Hollande schrieb der verstorbene südafrikanische Nationalheld "Geschichte für Südafrika und für die Welt". Mandela sei "ein unermüdlicher Kämpfer gegen die Apartheid" gewesen, sagte Hollande in einer Mitteilung. Italiens Premier Enrico Letta kondolierte mit den Worten: Der Tod Mandelas habe tiefen Schmerz in den Herzen der Italiener ausgelöst. "Wir werden Mandelas Lehre nie vergessen."

EU-Kommissionschef Jose Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy würdigten Mandela als "größte politische Persönlichkeit unserer Zeit". Der Friedensnobelpreisträger habe "uns alle eine bedeutende Lektion in Versöhnung, politischer Umgestaltung, Reform und sozialem Wandel erteilt", erklärten die EU-Politiker.

Die 28 Europa-Flaggen vor dem Hauptgebäude der EU-Kommission werden bis Montag auf halbmast gesetzt, wie ein Sprecher der Behörde am Freitag in Brüssel mitteilte. Die Flaggen vor dem Hochhaus im Europaviertel repräsentieren die Mitgliedstaaten der Union. Trauerbeflaggung vor EU-Institutionen ist ausgesprochen selten.

Gorbatschow trauert um "großen Menschen und Freund"
Der russische Präsident Wladimir Putin nannte Mandela "einen der herausragendsten Politiker" der Zeitgeschichte. "Bis zum Ende seiner Tage blieb er den leuchtenden Idealen des Humanismus und der Gerechtigkeit treu", so Putin. Der frühere Sowjetpräsident und Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow bezeichnete Mandela einen großen Menschen und Freund. "Sein ganzes Leben ist ein Vorbild für diejenigen, die an ihr Land denken sowie an die Menschen". Dem Revolutionär Mandela gebühre Dank und ewiges Andenken für seinen Freiheitskampf.

China würdigte Mandela unterdessen als "exzellenten Politiker", der viel zur Aussöhnung des Landes nach Ende der Apartheid beigetragen habe. Mandela "war ein weltweit gerühmter Staatsmann, der das Volk von Südafrika über lange Jahre durch einen mühsamen Kampf zum Sieg über die Apartheit führte und einen historischen Beitrag zum Aufbau und der Entwicklung des neuen Südafrika leistete", sagte Chinas Präsident Xi Jinping.

Ähnlich äußerte sich auch der japanische Regierungschef Shinzo Abe. Der Friedensnobelpreisträger habe es "mit eisernem Willen ausgefochten, die Apartheid auszumerzen" und Aussöhnung in den Mittelpunkt seines Aufbaus der Nation gestellt.

Papst: Lebenswerk "im Dienste der Menschenwürde"
Papst Franziskus würdigte den "permanenten Einsatz Nelson Mandelas für die Menschenwürde aller Bürger des Landes". Es sei ihm gelungen, "ein neues Südafrika zu formen, das auf den festen Grundsätzen der Gewaltfreiheit, der Versöhnung und der Wahrheit basiert", hieß es in dem Telegramm des Papstes. Kardinal Christoph Schönborn schloß sich den Trauerbekundungen an: Mandela habe "aus dem Kampf heraus zur Versöhnung gefunden", und mit seinem Einsatz für Gerechtigkeit dem afrikanischen Kontinent und vielen Menschen auf der ganzen Welt Hoffnung gegeben. "Sein Erbe ist Auftrag für uns alle", so Schönborn.

Dalai Lama vermisst seinen "guten Freund"
Der Dalai Lama bezeichnete Mandela in einem Kondolenzbrief an die Familie als "großen Führer, dessen unerschütterliche und unnachgiebige Entschlossenheit eine Schlüsselrolle bei der Sicherung des Friedens und der Versöhnung während des Übergangs Südafrikas nach der Apartheid-Herrschaft gespielt hat". Er persönlich vermisse einen guten Freund, den er verehrt und respektiert und noch einmal wiederzusehen gehofft habe, hieß es auf der Website des geistlichen Oberhaupts der Tibeter, auf der aus dem Brief zitiert wurde.

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