Fr, 25. Mai 2018

In wenigen Minuten

05.12.2013 14:24

Neuer 3D-Scanner digitalisiert Kunstwerke rascher

Wissenschaftler des deutschen Fraunhofer-Instituts haben einen neuartigen 3D-Scanner (Bild) zur Digitalisierung von Kunstschätzen haben entwickelt. Vorteil des Gerätes: Mit ihm können Objekte innerhalb weniger Minuten gescannt werden. Bislang ist die Digitalisierung in 3D sehr teuer und dauert meist mehrere Stunden, oft sogar Tage.

"Weil man mit den gängigen Technologien 80 Prozent der Zeit darauf verwendet, den Scanner um das Objekt herum zu positionieren", erläuterte Projektleiter Pedro Santos die sonst übliche Dauer. Dennoch könnten 3D-Scans nützlich sein: Im Fall einer Katastrophe, wie etwa dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs, bliebe so zumindest eine digitale Kopie eines Werks erhalten, so der Informatiker.

Bislang ist die 3D-Digitalisierung sehr teuer. Nach Untersuchungen des Victoria and Albert Museum in London werden pro Objekt fünf bis 20 Stunden mit einem Streifenlichtscanner benötigt, um alleine seine Geometrie und Textur in 3D zu erfassen, ohne seine Blickwinkel abhängigen Materialeigenschaften zu vermessen.

Scan binnen weniger Minuten möglich
Das Modell des Instituts in Darmstadt ist laut Aussage der Forscher aber deutlich schneller. "Momentan braucht man mehrere Stunden, wenn nicht Tage, um ein Objekt zu scannen, während man mit unserer Methode Objekte bis zu 60 mal 60 Zentimetern innerhalb weniger Minuten scannen kann", erklärt der stellvertretende Leiter des Projektes, Martin Ritz.

Bis der Scanner des Fraunhofer-Instituts in einem Museum stehen wird, dürfte es aber noch ein wenig dauern. Jetzt soll das Gerät erst einmal getestet werden. Dafür schicken die Forscher Studenten zu den Partnern des Projektes, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und dem Frankfurter Liebighaus, um zunächst auf traditionelle Weise 3D-Objekte zu scannen. Anschließend sollen dieselben Objekte mithilfe des Prototypen digitalisiert und beide Methoden verglichen werden.

Das Bild zeigt den weltweit einzigen Prototyp des 3D-Scanners beim Scannen einer Replika-Büste der Nofretete. Dabei erfassen zwei computergesteuerte halbrunde "Tastbögen" mithilfe von insgesamt neun Digitalkameras jedes noch so feine Detail der Vorlage, ohne dass diese berührt werden muss.

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