Sa, 18. November 2017

Einfaches Verfahren

05.12.2013 11:36

Schweizer App macht Smartphones zu 3D-Scannern

Forscher der ETH Zürich haben eine App für Smartphones entwickelt, mit deren Hilfe sich dreidimensionale Objekte einscannen lassen. Eine Demoversion wurde am Mittwoch im Rahmen der International Conference on Computer Vision im australischen Sydney erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Für das Scannen richtet der Benutzer die Kamera seines Smartphones auf ein beliebiges Objekt und filmt dieses ab. Schon nach wenigen Aufzeichnungen erscheint auf dem Bildschirm ein 3D-Modell des Objekts. Auf dem Display kann der Benutzer jederzeit überprüfen, ob Bildausschnitte fehlen oder ungenügend sind, und das Objekt gegebenenfalls aus zusätzlichen Blickwinkeln scannen. Die App nutzt die herkömmlichen Sensoren der Smartphones, wie Drehraten- und Beschleunigungssensoren.

Dieses Echtzeit-Feedback sei nur möglich, weil die App die dreidimensionale Darstellung direkt auf dem Smartphone berechnet, erklärte Marc Pollefeys vom Institut für Visual Computing der ETH Zürich in einer Mitteilung der Hochschule. Bisherige Verfahren hätten die verschiedenen Bilder zunächst aufwendig extern berechnen müssen und erst später anzeigen können.

Die Echtzeit-Verarbeitung hat den Vorteil, dass die 3D-Scans überall gemacht werden können. Die App funktioniert auch bei schlechten Lichtverhältnissen, etwa in Museen oder Kirchen. Das 3D-Modell lasse sich dann in einer Cloud speichern und von dort aus bearbeiten. Anwendungen sehen die Wissenschaftler überall dort, wo Visualisierungen zum Einsatz kommen.

Auch Gesichter könnten so eine dritte Dimension erhalten: Die Technologie erlaube es, 3D-Modelle der Gesichter von Freunden und Verwandten zu erzeugen, zum Beispiel für dreidimensionale Porträtbilder in sozialen Medien. Die 3D-Modelle könnten auch mit einem 3D-Printer ausgedruckt werden. Die zum Patent angemeldete App gibt es bislang nur als nicht öffentliche Demoversion, sie läuft auf fast allen gängigen Smartphones mit Android-Betriebssystem.

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