Di, 22. Mai 2018

Ziellos in New York

04.12.2013 15:11

"Inside Llewyn Davis": Folk-Requiem der Coens

Manchmal ist das Leben ein langer, ruhiger Fluss, der dann doch irgendwo zwischen Quelle und Meer versickert: In diesem Fluss lässt sich Llewyn Davis treiben, der Protagonist des neuen Coen-Brüder-Films "Inside Llewyn Davis" (Kinostart: 6. Dezember). Ziellos zieht er im New York des Jahres 1961 seine Kreise von einer Freundescouch zur anderen, seinem Traum nachhängend, als Folksänger zu reüssieren.

Llewyn Davis (Oscar Isaacs) steht als Sänger mit seiner einsamen Gitarre an der Schwelle der Erfolgswelle des Folks, auf der Bob Dylan später zu Erfolgen schwimmen sollte. Aber eben nur an der Schwelle. Entsprechend wenig Geld hat er zur Verfügung, sieht sich mit dem Problem konfrontiert, dass Jean (Carey Mulligan), die Frau seines Freundes Jim Berkey (Justin Timberlake), von ihm schwanger sein könnte und er mit dem roten Kater eines seiner Gastgeber durch New York ziehen muss. Llewyn ist ein Versager, ohne jedoch ein Loser zu sein.

Llewyn ist und wird gleich am Beginn niedergeschlagen und zieht mit phlegmatischer Melancholie durch ein Zeitgemälde, das von einer Personage bevölkert wird, die in Hipsterzeiten erstaunlich vertraut wird. Belebt wird dieses Kolorit immer wieder durch lange Folknummern, für die sich die Musikfreunde Joel und Ethan Coen ausgiebig Zeit nehmen.

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Die lässige Musikerballade der Coen-Brüder, die hiermit der traditionellen amerikanischen Folkmusik die Ehre erweisen, wurde in Cannes mit dem Großen Preis der Jury prämiert und basiert lose auf den Memoiren des Sängers Dave Van Ronk, der die meiste Zeit seines Lebens im Künstlerviertel Greenwich Village zubrachte. Einmal mehr mischen die Coens stimmige Milieubeschreibungen mit skurrilen Gags, in deren Mittelpunkt diesmal ein streunender roter Kater steht. Katzenhaare am Mantel und Winter-Blues pur über New York City.

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