Fr, 15. Dezember 2017

Präzedenzfall

04.12.2013 10:10

Google Glass am Steuer: Frau in USA vor Gericht

Sie ist noch nicht einmal offiziell auf dem Markt, da sorgt Googles Glass bereits für juristischen Ärger in den USA. Eine Autofahrerin muss sich dort nun wegen des Tragens der Datenbrille am Steuer verantworten. Der Prozess gilt als erstes derartiges Verfahren im Zusammenhang mit der Hightech-Brille des Internetkonzerns.

Cecilia Abadie war Ende Oktober auf einer Schnellstraße im kalifornischen San Diego wegen des Tragens der Brille angehalten worden. Im Internet veröffentlichte sie ein Foto des Strafzettels (siehe oben). Ihr wird unter anderem vorgeworfen, durch die Nutzung der internetfähigen Brille abgelenkt gewesen zu sein.

Das Verkehrsrecht verbietet es, während des Fahrens einen Fernseh- oder Videobildschirm im Blick zu haben. Es sei aber unklar, ob dies auch für die Google-Brille gelte, die noch gar nicht erfunden worden sei, als das Gesetz verfasst wurde, argumentierte Abadies Anwalt, William Concidine.

Beschuldigte plädiert auf Freispruch
Die 44-jährige Beschuldigte plädierte am Dienstag vor Gericht auf Freispruch, da die Brille während der Fahrt nicht eingeschaltet gewesen sei. "Die Google-Brille zu tragen, während sie nicht eingeschaltet ist, ist nicht illegal", betonte Concidine.

Die Begründung auf dem Strafzettel hatte Abadie bereits im Herbst als fadenscheinig kritisiert. Zwar könne die Datenbrille Videos anzeigen, sie könne aber ebenso gut als Navigationssystem genutzt werden. Und weil das Bild direkt vor dem Auge erscheine, brauche ein Glass-Nutzer seinen Blick nicht von der Straße abzuwenden, argumentierte sie.

Hinzu kommt, dass Geräte, deren Display für die Navigation genutzt wird, vom Verbot explizit ausgenommen sind. So dürfen Smartphones in Kalifornien etwa sehr wohl in Richtung des Fahrers ausgerichtet und als Navi verwendet werden.

Präzedenzfall für Gerichte
Für die Behörden handelt es sich um juristisches Neuland - schließlich ist die Datenbrille noch gar nicht auf dem Markt, der Kontakt damit entsprechend selten und das Gesetz noch nicht angepasst. Mit Spannung wird daher erwartet, wie in dem Präzedenzfall entschieden wird.

Sollte Abadie verurteilt und damit die Nutzung von Datenbrillen im Auto untersagt werden, könnte dies einen Dämpfer für Google bedeuten. Bisher hat der Internetkonzern nur einige Tausend Exemplare an ausgewählte Testpersonen verteilt, ein konkretes Datum für die Markteinführung gibt es bislang nicht. Gerüchten zufolge könnte es aber bereits Anfang 2014 so weit sein.

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