Mo, 21. Mai 2018

Versteckte Klausel

02.12.2013 13:07

Tool nutzt PC-Rechenleistung zum Bitcoin-Schürfen

Forscher des IT-Sicherheitsspezialisten Malwarebytes haben ein Proxyserver-Programm entdeckt, das mehr als die halbe Rechenleistung des Computers verwendet, um die virtuelle Währung Bitcoin zu generieren. Der Benutzer der Software wird - tief in den AGB versteckt - sogar bei der Installation darauf hingewiesen, dass seine Rechenleistung genutzt, er aber nicht an etwaigen Einnahmen beteiligt werde.

Bitcoins sind mit einem Wechselkurs im Bereich der 1.000 US-Dollar mittlerweile so viel wert wie nie zuvor (siehe Infobox). Entsprechend begehrt sind die virtuellen Münzen, die nur durch das Ausführen komplizierter Berechnungen generiert werden können.

Bitcoin-Schürfen sogar in AGB angekündigt
Da verwundert es wenig, dass manch ein Softwareentwickler etwas vom Bitcoin-Goldrausch abhaben will. Trotzdem: Das Vorgehen, das Malwarebytes im Fall der Software "Your Free Proxy" entdeckt hat, die eigentlich zum Umgehen von Internet-Ländersperren dient, ist äußerst dreist.

Der Macher des Programms hatte einfach in den ellenlangen AGB zum Tool den entsprechenden Passus versteckt, seine Opfer also im Grunde sogar vorgewarnt, dass er ihre Rechenleistung für die Produktion von Bitcoins abzapfen werde. Weil in der Praxis aber niemand AGB so genau durchliest, war es lang niemandem aufgefallen.

Mehr als die Hälfte der Rechenleistung angezapft
Im konkreten Fall soll mehr als die Hälfte der verfügbaren Rechenleistung von dem Programm für die Bitcoin-Produktion angezapft worden sein, berichten die Sicherheitsforscher. Mit einem Netzwerk aus Rechnern, auf denen die Software zum Einsatz kommt, dürfte so einiges an Rechenleistung zusammenkommen.

Besonders dreist: In den AGB der Software steht ganz offen, dass der Hersteller der Software durch das Anzapfen der Rechenleistung womöglich Geld verdienen könnte, der PC-Besitzer aber nichts von diesem Geld bekommt. Die höheren Stromkosten muss er freilich dennoch zahlen.

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