Di, 21. November 2017

UVP als Grundlage

29.11.2013 10:07

Kritik an Rabattrechnung bei Amazons Cyber Monday

"Festliche Zeiten für Schnäppchenjäger" mit "3.500 Blitzangeboten und mehr als 1.000.000 Produkten mit bis zu 50% Rabatt" verspricht Amazon derzeit im Rahmen seiner "Cyber Monday Woche". Doch so mancher Preisnachlass fällt in Wahrheit viel geringer aus als angegeben, kritisiert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Der Abverkauf sei kein Feuerwerk für Schnäppchenjäger, sondern "ein Teelicht", so die Verbraucherschützer. Dabei hätte Amazon die Rabatttrickserei gar nicht nötig, so das Urteil.

Die Kritik der Verbraucherschützer entzündet sich vor allem daran, dass Amazon seine prozentualen Preisnachlässe anhand der unverbindlichen Preisempfehlung der Hersteller berechnet. Eigenen Angaben zufolge entdeckte die Verbraucherzentrale "ohne Mühe (…) 50 Produkte, bei denen enorme Preisnachlässe von mehr als 40 Prozent auf einem Vergleich mit unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller (UVP) beruhten. Dazu zählten vor allem Technikprodukte, Schmuck und Spielzeug. Der Haken dabei: Kaum ein Händler, geschweige denn Amazon selbst, berechnet Kunden die als Mondpreise verschrienen UVP."

Die Verbraucherschützer rechnen vor: "Deutlich wird das anhand eines Damen-Ohrsteckers mit einem Nachlass von satten 74 Prozent. Der kostete statt der UVP von 85 Euro im Cyber-Deal 22,19 Euro. Tatsächlich aber kassierte Amazon - abseits der Cyber-Woche - für das Geschmeide nicht 85 Euro, sondern nur 26,17 Euro. So gesehen reduzierte sich der Rabatt auf magere 3,98 Euro statt angeblicher 62,81 Euro. Für alle 50 Produkte in der Verbraucherzentralen-Stichprobe bedeutete das: Den verheißenen UVP-Rabatten von insgesamt rund 51 Prozent standen realistischere rund 18 Prozent gegenüber."

Dabei hätte Amazon diesen Schmäh gar nicht nötig, sind sich die Verbraucherschützer einig. Denn echte Schnäppchen sind die angebotenen Produkte zumeist schon, wie ein Preisvergleich der Verbraucherzentrale belegt. Bei den 50 genannten Produkten konnte das Online-Versandhaus demnach immer den günstigsten Preis für sich beanspruchen.

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