Sa, 16. Dezember 2017

Teils gefährlich

28.11.2013 15:40

Dachboxen-Test: Wolkig mit Aussicht auf Skiregen

Auf dem Weg in den Skiurlaub sind Dachboxen Gold wert, um Ski und anderes Reisegepäck so unterzubringen, dass im Auto auch noch die Familie Platz hat. Doch wer einfach irgendeine Box kauft, könnte das schneller bereuen, als ihm lieb ist. Im Test von ADAC, ÖAMTC und Partnerklubs zeigten sich teils gravierende Sicherheitsmängel.

Die Thule-Dachbox Motion 800 ist Testsieger. Sie überzeugte in Handhabung und Fahrsicherheit. Auch im City Crash ließ sie die Konkurrenz hinter sich. Besonders erwähnenswert ist das Befestigungssystem mit Momentbegrenzung, wodurch eine Fehlbedienung nahezu ausgeschlossen ist. Knapp dahinter liegt die Hapro Traxer 6.6 mit der Gesamtnote "gut". Auch diese Box schnitt in allen Testkriterien überdurchschnittlich gut ab, hatte aber gegenüber der Thule-Box den Nachteil, dass sie sich schlechter öffnen und schließen ließ und die Gurte umständlicher einzufädeln sind. Platz drei geht an die Kamei 510. Überragend in der Gestaltung und im Schließsystem zeigte sie allerdings leichte Schwächen im City-Crash mit 30 km/h (die Gurthalter brachen teilweise durch) und in der Handhabung.

Gravierende Sicherheitsmängel bei fünf Boxen
Nur ein "befriedigend" erhielten die Boxen Neumann XX-Line, Atera Cargo 830, Cartrend Exodus und Rameder Black Line 580. Die Neumann XX-Line rutscht beim Ausweichtest relativ stark, was das Fahrverhalten negativ beeinflusst. Bei der Atera Cargo 830 besteht die Gefahr, dass man sie nicht ausreichend fest auf dem Träger montiert. Ein seitliches Verrutschen könnte in der Folge auch hier kritische Fahrsituationen auslösen. Beim Modell Cartrend Exodus bricht die Bodenwanne beim City-Crashtest vorne. Bei der Rameder Black Line 580 kann sich durch Probleme beim Schließmechanismus der Deckel während der Fahrt öffnen. Dazu gab es mal eine fehlende Bedienungsanleitung, mal fiel ein Deckel gefährlich hart zu.

Testverlierer ist die ATU Jetbag 70 Premium. Gerade im City-Crash zeigte sie Schwächen. Aufgrund von Mängeln in der Konstruktion brachen die Halteklammern hinten auf, das Heck der Box hob sich an und die Jetbag wurde nur noch durch die vorderen Klammern auf dem Fahrzeugdach gehalten. Als sicherheitskritisches Testkriterium führt dieser Mangel zu einer Abwertung des Gesamtergebnisses auf die Note "ausreichend".

Manche Hersteller nehmen es auch mit den Volumenangaben nicht so genau. Es passte bis zu 24 Prozent (Cartrend Exodus) weniger hinein als angegeben.

Insgesamt zeigt der Vergleichstest: Alle Boxen eignen sich mehr oder weniger für den Transport von Gepäck auf dem Fahrzeugdach. Im Detail werden allerdings große Unterschiede deutlich. Fünf von acht getesteten Dachboxen mussten aufgrund von Sicherheitsmängeln unterschiedlichster Art abgewertet werden.

Das Automagazin „Auto Motor und Sport“ prüfte zusätzlich die beiden Dachboxen Mont Blanc Roof Box Space 450E (369 Euro) und die Menabo Marathon Dark 460L (mit einem Preis von 199 Euro die günstigste der überprüften Boxen). Beide fielen durch. Die Spannriemen rissen, und der Deckel öffnete sich. Bei der Box von Mont Blanc brach im Crashtest die Grundträger-Befestigung, der Behälter flog samt Inhalt vom Träger.

Tipps des ÖAMTC zu Kauf und Nutzung von Dachboxen

  • Vor dem Kauf der Box testen, ob das Modell den persönlichen Ansprüchen genügt (z.B. Verschlüsse, Handhabung, Größe).
  • Die Inhalte einer Dachbox müssen richtig geschlichtet und gesichert werden.
  • Bei der Beladung auf die zulässige Beladung der Box und die zulässige Dachlast des Fahrzeuges achten. Nicht vergessen werden darf dabei das Gewicht der leeren Dachbox und des Dachträgers.
  • Beim Fahren mit Dachbox ändert sich das Fahrverhalten des Autos. Durch die größere Gesamthöhe ist das Fahrzeug bei Seitenwind empfindlicher. Besonders nach Waldstücken und auf Brücken droht Gefahr durch plötzlich auftretende Windböen.
  • Die größere Windangriffsfläche führt zu einem höheren Spritverbrauch. Leerfahrten mit der Box sollten daher vermieden werden.
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