Do, 23. November 2017

Hundehändler ertappt

28.11.2013 14:10

Prozess gegen Wiener Welpenhändler hat begonnen

Am Donnerstag hat in Wien der Prozess gegen zwei Welpenhändler aus Donaustadt begonnen, die vor einem knappen Jahr von der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" überführt worden waren. Die Anklagepunkte sind gewerbsmäßiger schwerer Betrug, Tierquälerei und das Vergehen der "anderen Gefährdungen des Tier- oder Pflanzenbestandes".

Dem Mann und seiner Lebensgefährtin, die schon einmal wegen des selben Delikts zu 18 Monaten bedingter Haft verurteilt worden waren, wird schwerer Betrug und Tierquälerei zur Last gelegt. Ihre Zeugenaussagen vor Gericht bezeichnete eine Mitarbeiterin der "Vier Pfoten" gegenüber krone.at als "kabarettreif". Tierschützer hoffen auf angemessene Strafen.

Schlag für die Welpenmafia?
"Erstmals ergibt sich hier die große Chance, dass der Welpenmafia ein empfindlicher Schlag zugefügt wird", sagt "Vier Pfoten"-Kampagnenleiterin Indra Kley, die bei der Aufdeckung des Falls vor einem Jahr dabei war. "Denn wenn den profitgierigen Verkäufern als letztes Glied in dieser kriminellen Kette aus Hundevermehrern und Zwischenhändlern künftig auch Gefängnisstrafen drohen, dann lohnt sich dieses schmutzige Geschäft möglicherweise nicht mehr für sie." Bisher sind die meisten verurteilten Welpenhändler mit Geldstrafen davongekommen.

Welpenhandel trotz Verurteilung
Die Anklage wirft dem Paar vor, sie hätten im Vorjahr erneut damit begonnen, Hundewelpen aus der Slowakei zu beziehen und übers Internet anzubieten. Sechs Welpen unterschiedlichster Rassen seien bereits verkauft worden - und zwar zu Preisen zwischen 190 und 450 Euro. Die Tiere seien jedoch offenbar schwer krank gewesen und nur wenig später verstorben bzw. hätten eingeschläfert werden müssen. Der Angeklagte gab vor Gericht an, nach der ersten Verurteilung einen Kurs für Tierhalter besucht zu haben, bei diesem aber durchgefallen zu sein.

Tierschützer kamen als "Welpenkäufer"
Tierschützer der Organisation "Vier Pfoten" hatten sich nach Hinweisen von Geschädigten als Testkäufer ausgegeben und so den Fall ins Rollen gebracht. Im Zeugenstand sagte eine Tierschützerin aus, die sich gemeinsam mit einer Kollegin als Testkäuferin ausgegeben hatte. Im Internet hätten sie rasch Kontakt aufgenommen und ein Treffen vereinbart. "In der Wohnung befanden sich zu diesem Zeitpunkt 13 Welpen. Selbst ein Laie hätte erkannt, dass die Tiere gesundheitlich sehr schlecht beieinander waren."

Prozess auf Jänner vertagt
Die Tierschützer filmten das Verkaufsgespräch mit versteckter Kamera, gaben vor, noch Geld vom Bankomaten holen zu wollen - und kehrten mit Polizei und Amtstierarzt zurück. Die beiden Angeklagten beteuern dennoch ihre Unschuld, weil sie - anders als beim ersten Mal - den Handel mit Gewerbeschein betrieben hätten. Der Prozess wird am 27. Jänner 2014 mit der Einvernahme weiterer Zeugen fortgesetzt.

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