Fr, 24. November 2017

Raser und Gendarm

26.11.2013 14:08

„Need for Speed: Rivals“ lädt zur Straßenschlacht

Cop oder Racer? In "Need for Speed: Rivals" müssen sich Gamer entscheiden, auf welcher Seite des Gesetzes sie stehen bzw. fahren. Doch ganz gleich, wie die Wahl in EAs Arcade-Racer auch ausfallen mag: Für reichlich rasanten Spielspaß ist in jedem Fall gesorgt.

Auf den Straßen von Redview County tobt ein erbitterter Kampf zwischen Cops und PS-vernarrten Streetracern. Wer am Ende im wahrsten Sinne des Wortes das Rennen macht, liegt in den Händen der Gamer, die wie bereits bei "Need for Speed: Hot Pursuit" anno 2010 zwischen beiden Fraktionen und somit zwischen Recht und Ordnung einerseits und Ruhm und Freiheit andererseits wählen dürfen.

Jede Seite hat erwartungsgemäß ihre Vor- und Nachteile. Wer sich für den starken Arm des Gesetzes entscheidet, muss gegnerische Raser zur Strecke bringen, indem er ihnen jede weitere Flucht unmöglich macht und den Weg abschneidet oder sie notfalls mit Gewalt zum Stillstand bringt. Dafür stehen Verfolgungstechnologien wie Schockrammen, Nagelbänder, Straßensperren oder sogar Helikopterunterstützung aus der Luft zur Verfügung.

Auf der Suche nach einem Versteck
Als Raser hingegen befindet man sich quasi ständig auf der Flucht. Um nicht erwischt zu werden, kann man nebst einem speziellen Turbo unter anderem von Störsendern oder elektromagnetischen Impulsen Gebrauch machen und sich so einen entscheidenden Vorteil verschaffen. Den braucht es auch, um sich bei Gefahr in einem der zahlreichen Verstecke des Zugriffs durch das Gesetz zu entziehen.

In den Unterschlüpfen können optische und leistungstechnische Veränderungen am Fahrzeug vorgenommen werden. Cops haben in dieser Hinsicht einen kleinen Nachteil: Die in ihren Kommandoposten geparkten Boliden der Marken Aston Martin, Ferrari, Lamborghini und Co. lassen sich nicht weiter tunen. Dafür gehen die von ihnen während der Streife erspielten Punkte auch nicht verloren. Wird ein Raser hingegen vorzeitig erwischt, sind auch die Punkte dahin und das Konto bleibt leer. Ein Multiplikator-System erlaubt es ihnen mit zunehmender Fahndungsstufe jedoch, binnen kurzer Zeit schneller Punkte einzufahren.

Überschaubare, aber trotzdem spaßige Auswahl
Ansonsten wird in spielerischer Hinsicht auf beiden Seiten ein nahezu identes Programm geboten: Raser können sich unterwegs jederzeit sowohl off- als auch online in ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit vorbeifahrenden Kollegen stürzen, während Cops in der offenen Spielwelt nach Belieben die Verfolgung eines oder gleich mehrerer Gesetzesbrecher aufnehmen können. Darüber hinaus warten Events wie Zeit- bzw. Checkpoint-Rennen sowie diverse Verfolgungsjagden, bei denen es etwa gilt, den Gegner schnellstmöglich zu stellen bzw. diesem zu entwischen.

Obwohl sich die Abwechslung bei den gebotenen Events in Grenzen hält, kommt dennoch keine Langeweile auf. Denn zum einen darf man sich an diversen optionalen Herausforderungen (Wer rast am schnellsten durch einen Abschnitt oder die Radarfalle? Wer springt am weitesten?) versuchen, zum anderen bietet Redview County allerlei geheime und nicht in den Karten verzeichnete Abkürzungen, die es zu entdecken gilt. Last, but not least kann zu jeder Zeit zwischen den Karrieren der beiden Fraktionen gewechselt werden, um sich den Aufgaben der bis dato gegnerischen Seite zu widmen.

Wunderschön in Szene gesetzt
Wer es ruhiger angehen möchte, kann sich jedoch auch einfach cruisenderweise an der von EA optisch eindrucksvoll in Szene gesetzten Spielwelt erfreuen. Hier gibt es quasi alles, was die USA an landschaftlicher Schönheit zu bieten haben, in komprimierter Form zu bestaunen - von schneebedeckten und dementsprechend rutschigen Bergpässen über weitläufige Prärien, Canyons und üppige Wälder bis hin zu breiten Highways und zubetonierten Städten.

Zusätzlich aufgehübscht wird das Ganze neben herumwirbelnden Blättern und aufgewirbeltem Staub von einem dynamischen Wetter- bzw. Tag/Nacht-System. Die Folgen sind Schnee, Regen und im Sonnenuntergang rötlich glühende Bergkämme. Das wiederum sorgt dafür, dass "Need for Speed: Rivals" im Vergleich zu "Forza Motorsport 5" auf der Xbox One deutlich authentischer, weil weniger steril wirkt.

Dümmliche KI und Story
Ein paar Kritikpunkte muss sich aber auch der Racer von EA gefallen lassen, allen voran die schwache KI der Polizistenkollegen. Ohne Rücksicht auf Verluste kreuzen diese immer wieder die eigene Fahrbahn und verursachen damit unnötige Kollisionen, die dem Raser die nötige Zeit verschaffen, sich abzusetzen. Schade ist zudem, dass nur zwei Fahrerperspektiven (Draufsicht und Stoßstange) zur Auswahl stehen und beide nicht den umfassenden Überblick auf das Straßengeschehen bieten, der eigentlich nötig wäre.

Absolut dämlich sind hingegen die Weisheiten über Gesetz und Ordnung, die die Entwickler beim Versuch, die letztlich sinnfreie Autoraserei in ein Story-Korsett zu zwängen, absondern. Manchmal ist es eben besser, gar keine Hintergrundgeschichte zu erzählen als eine schlechte.

Fazit: Freude am Fahren - das ist es, was EAs "Need for Speed: Rivals" vermittelt. Relativ simpel und schnörkellos, aber dafür schön und vor allem schnell präsentiert sich der jüngste Ableger der populären Arcade-Racer-Serie. Die Hauptstärke des Spiels liegt aber wohl darin, dem Spieler so viele Freiheiten wie möglich zu gestatten. Wer keine Lust auf die Hauptmission hat, der versucht sich einfach an den optionalen Events oder verbringt Stunden damit, Rasern hinterherzujagen bzw. Cops zu entwischen. Dass der Titel noch dazu hervorragend aussieht und flüssig läuft, macht das Räuber-und-Gendarm-Spiel nur noch reizvoller.

Plattform: Xbox One (getestet), PS4, Xbox 360, PS3, PC
Publisher: Electronic Arts
krone.at-Wertung: 9/10

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