Mi, 22. November 2017

Ablese-Chaos

26.11.2013 12:02

Kunden sollen Tausende Euro für Energie nachzahlen

Eine böse Überraschung haben mehrere Energiekunden in den letzten Wochen erlebt. Ihnen sind hohe Nachforderungen über mehrere Tausend Euro ins Haus geflattert. Grund dafür ist, dass sich eine Firma beim Ablesen des Zählerstandes geirrt hat. Was die Betroffenen nicht glauben wollen.

Schon vor Wochen hat Ihre Ombudsfrau über zwei Familien aus Wien berichtet, die eine horrende Energiekostennachzahlung erhalten haben, weil sich die zuständigen Mitarbeiter bei der Zählerablesung geirrt hätten. Es haben sich nun mehrere Betroffene gemeldet. Eine Nachzahlung von knapp 5.000 Euro hat Martin B. aus Niederösterreich erhalten. Er ist zwar Kunde eines anderen Stromanbieters, für die Verrechnung ist aber der Netzbetreiber Wien Energie zuständig.

"Man teilte mir mit, dass die von mir eingesandten Ablesekarten nie für die Verrechnung herangezogen wurden. Jetzt wurden die letzten drei Jahre einfach neu berechnet, deshalb kam die Nachforderung zustande", ist der Familienvater empört. Er bezweifelt nun auch, dass der Stromzähler überhaupt richtig funktioniert. Eine Überprüfung müsste er aber auf eigene Kosten veranlassen.

Ähnlich geht es Elisabeth K. aus Wien. Sie wohnt in einem kleinen Haus mit vier Wohnungen. Die Hausgemeinschaft hat eine Nachforderung von mehr als 4.000 Euro erhalten. "In dem Haus wohnen vier alleinstehende Damen, deren Verbrauchsgewohnheiten sich nicht verändert haben. Allein ich soll 1.700 Euro nachzahlen, die ich von meiner kleinen Pension berappen müsste. Angeblich haben sich die Mitarbeiter bei den Ablesungen in den letzten Jahren geirrt", schildert sie verzweifelt.

Zählerstände für System unplausibel
Verantwortlich für die Ablesung ist laut Wien Energie die Wiener Netze GmbH. Und hier scheint es zu mehreren Unregelmäßigkeiten gekommen zu sein. Im Fall von Herrn B. hat man das der Ombudsfrau so erklärt: "Die vom Kunden abgelesenen Zählerwerte lagen über dem vom System berechneten Grenzwert. Daher erachtete das EDV-System die Zählerstände als unplausibel. Einem Mitarbeiter unterlief dann bei der manuellen Berechnung ein Bedienungsfehler, deshalb wurde immer zu wenig verrechnet."

Darum meint man, ist die Nachverrechnung in Ordnung... Der Zähler im Haus von Frau K. wurde zwischenzeitlich überprüft. Ein Fehler konnte nicht festgestellt werden, deshalb steht für den Netzbetreiber fest, dass der Verbrauch getätigt wurde. Also muss die Forderung bezahlt werden. Abrechnungschaos auf Kosten der Kunden?

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