Mo, 20. November 2017

Parlamentsumbau

21.11.2013 09:17

Nachhaltige Sanierung und Vollabsiedlung empfohlen

Das Projektteam zur Vorbereitung der Parlamentssanierung empfiehlt dem Nationalrat eine nachhaltige Sanierung sowie die Vollabsiedlung aus dem Gebäude. Das geht aus Unterlagen hervor, die den Parlamentsklubs am Mittwochabend übergeben wurden. Insgesamt stehen sechs mögliche Varianten zur Auswahl mit Kosten zwischen rund 16 und 480 Millionen Euro.

"Nicht zum Vergnügen und nicht weil uns fad ist", sondern weil es dringend nötig ist, muss das Haus am Ring renoviert werden, erklärte Parlamentsdirektor Harald Dossi am Mittwochabend. Das Parlament weist zum Teil bereits gravierende Mängel auf, ist es doch über 130 Jahre alt: "Eine grundlegende Sanierung ist erforderlich."

Sechs Entscheidungsalternativen vorgelegt
Das Projektteam hat sechs Entscheidungsalternativen inklusive "Preiszettel" aufbereitet, so Dossi. Die Restnutzung (Kosten: 15,9 Millionen Euro) sieht vor, dass aufgrund der stetig steigenden Haftungsproblematik der Betrieb im Gebäude schrittweise eingestellt wird und in eine Ersatzlokation umgesiedelt werden muss. Die Instandsetzung (280,7 Millionen Euro) ist die minimalste Sanierungsvariante mit der Behebung aller Schäden und der unveränderten Nutzung der Räumlichkeiten.

Die Grundsanierung (329,8 Millionen Euro) beinhaltet die Instandsetzung sowie die Schaffung der baulichen Voraussetzungen, um derzeit ungenutzte Flächen später etwa für Büros gebrauchen zu können. Die nachhaltige Sanierung (352,2 Millionen Euro) - für diese Variante spricht sich das Projektteam aus - sieht neben der Instandsetzung auch die Verwendung der derzeit nicht genutzten Flächen wie etwa des Dachbodens vor.

Unter der Sanierungsvariante "Architektonisches Zeichen" (418,0 Millionen Euro) ist ein Konzept mit Außenwirkung vorgesehen. Dies könnte etwa ein Turm oder eine Kuppel sein, noch ist nichts konkret. Dem Planer stünden hierzu etwa 30 Millionen Euro zur Verfügung. Die letzte Variante wäre die Errichtung eines neuen Parlamentsgebäudes (484,4 Millionen Euro). Was die Kosten anbelangt, wurde eine Reserve von 25 Prozent vorgesehen.

Teilabsiedlung wäre bedeutend teurer als Vollabsiedlung
Während der Baumaßnahmen müsste der Betrieb abgesiedelt werden, auch hier gibt es mit der Vollabsiedlung oder der Teilabsiedlung zwei in die Baukosten nicht eingerechnete Möglichkeiten. Noch gibt es laut Parlamentsvizedirektor Alexis Wintoniak keine Entscheidung über ein Ersatzquartier. Er verwies etwa auf die in den Medien genannte alte Wirtschaftsuniversität oder die Hofburg.

Wintoniak unterstrich, dass die Kosten für eine Teilabsiedlung mit 96,9 Millionen Euro höher wären als jene für eine Vollabsiedlung, die sich je nach Ausweichquartier auf 41,41 bis 54,24 Millionen Euro belaufen. Bei einer teilweisen Absiedelung würden die Baumaßnahmen länger dauern und es wären Sicherungsmaßnahmen etwa während Sitzungen nötig, begründet er.

Erste Sitzung im renovierten Parlament im Jahr 2020
Am Montag haben sich die Parlamentsparteien trotz drohenden Budgetlochs dafür ausgesprochen, am Fahrplan für die Sanierung festzuhalten, denn der Baubeginn ist ohnehin erst für 2017 vorgesehen. Auch Wintoniak verweist auf die "Schlussrechnung" im Jahr 2020. Nach drei Jahren Bauzeit soll in diesem Jahr dann - wenn alles wie geplant läuft - auch die erste Sitzung im renovierten Parlament stattfinden. Im Zeitplan läuft derzeit die Suche nach einem Generalplaner, die Entscheidung darüber soll im ersten Quartal 2014 fallen.

Die Empfehlung des Projektteams für die nachhaltige Sanierung sei jedenfalls "eindeutig", denn es ließe sich dadurch 8.000 Quadratmeter mehr Bürofläche erschließen. Die Mehrinvestitionen sollten sich in fünf bis 15 Jahren amortisieren, so Wintoniak.

Das Dokument über die Sanierungsvarianten und Kostenschätzungen ist ab Donnerstagvormittag auch auf der Parlamentshomepage abrufbar.

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