Di, 21. November 2017

Häfn nach Beschwerde

19.11.2013 10:35

Mann kauft iPad, bekommt aber Schachtel voll Ton

Man muss sein iPad nicht unbedingt auf einem Autobahnrastplatz kaufen, um betrogen zu werden. Diese Erfahrung hat der britische Bäckereibesitzer Colin Marsh gemacht, der bei einer großen Kaufhauskette ein iPad für seine Tochter erstanden hat – und zuhause feststellen musste, dass der iPad-Karton kein Tablet, sondern bloß Ton enthielt. Als er reklamierte, wurde er wegen Betrugs angezeigt.

Marsh dürfte ziemlich erbost gewesen sein, als er beim Öffnen des iPad-Kartons keine Elektronik, sondern einfachen Ton vorfand. Schließlich hatte er bei der Kaufhauskette Tesco 470 britische Pfund (560 Euro) für das für seine elfjährige Tochter bestimmte iPad bezahlt.

Der Käufer packte die Schachtel mit dem Ton wieder zusammen und fuhr zurück zu Tesco, um zu reklamieren. Für die Mitarbeiter des Kaufhauses war es allerdings nicht vorstellbar, dass sie einen iPad-Karton voller Ton verkauft hatten. Tatsächlich verdächtigten sie Marsh sogar, sie betrügen zu wollen – und alarmierten die Polizei.

Unbescholten für drei Stunden im Häfn
Eine erste Überprüfung ergab, dass das iPad, welches sich in der Box befinden sollte, bereits aktiviert worden war. Marsh wurde zur Polizei zitiert, um seine Aussage zu machen – und landete dem britischen "Telegraph" zufolge prompt für drei Stunden in einer Gefängniszelle.

Es dauerte zwei Monate, bis die Polizei bemerkte, dass das vermeintlich von Marsh unterschlagene iPad in Wales aktiviert worden war – mehr als 300 Kilometer von Marshs Wohnort entfernt. Die Ermittlungen wurden eingestellt, Marsh von der Polizei nicht mehr behelligt.

Entschädigung kam erst nach Zeitungsberichten
Von Tesco, wo er das iPad gekauft hatte, allerdings auch nicht. "So kann man Leute einfach nicht behandeln. Es ist absolut ekelhaft. Ich habe nicht einmal so etwas wie eine Entschuldigung von Tesco gesehen. Es ist beschämend", so der erboste Mann zur Zeitung.

Erst als der Fall publik wurde und die Medien darüber berichteten, entschuldigte sich Tesco doch noch – und erstattete Marsh auch endlich die 470 Pfund zurück, die er für ein Paket voll Ton ausgegeben hatte, das ihn dann zu allem Überfluss auch noch als vermeintlichen Betrüger brandmarkte.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden