Fr, 22. September 2017

Lage in Rumänien

08.11.2013 15:34

Erste Erfolge für Streuner-Adoptionskampagne

Nachdem der rumänische Verfassungsgerichtshof der Massentötung von Hunden Ende September stattgegeben hatte, startete die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" sofort eine landesweite Kampagne zur Adoption von Streunerhunden – und das mit Erfolg. Tierliebhaber brachten bisher über 400 Streunerhunde, die von den Tierschützern kastriert wurden, und nahmen sie anschließend zu sich nach Hause.

In einer Tierklinik in Bukarest bieten die "Vier Pfoten" einen kostenfreien Rundum-Check für neue Hundebesitzer an. "Wir kastrieren und entwurmen die Hunde, die Menschen adoptieren wollen, und kümmern uns auch um das Chippen und die Registrierung", erklärt Kampagnendirektor Gabriel Paun. "Adoption ist die einzige Möglichkeit, das Leben der Hunde zu retten. Die Zustände in den öffentlichen Tierheimen sind furchtbar. Wir sind sehr froh, dass jetzt immer mehr Rumänen Hunde von der Straße holen und adoptieren."

Rumänische Promis als Unterstützer
Die Kampagne wird auch von rumänischen Persönlichkeiten, wie der Popsängerin Paula Seling, der Schauspielerin Monica Davidescu oder dem ehemaligen Boxweltmeister Leonard Doroftei, unterstützt. Um den Adoptionsprozess einfacher zu gestalten, haben die Tierschützer in Rumänien eine spezielle Facebook-Seite mit detaillierten Informationen zur Adoption von Streunerhunden ins Leben gerufen.

Schlimme Bedingungen in Tierheimen
Bis das neue Gesetz vollständig implementiert ist, ist die Euthanasie gesunder Streunerhunde noch verboten. Auch wenn es bisher keine Beweise dafür gibt, dass die Stadtverwaltungen mit den Massentötungen begonnen haben, hört man viele Berichte über die furchtbaren Bedingungen in den öffentlichen Tierheimen. Sie sind nicht nur überfüllt, sehr schmutzig und halten große und kleine Hunde zusammen in einem Zwinger, sondern bieten den Tieren auch nicht genügend Futter, medizinische Versorgung und Sonnenlicht.

Adoption wird bürokratisch erschwert
Zudem verkompliziert die übertriebene Bürokratie den Adoptionsprozess in den öffentlichen Tierheimen. Einige der Heime verweigern sogar jeglichen Zugang – für die Tierschützer ein grober Mangel an Transparenz, der die guten Absichten der Stadtverwaltung schwer infrage stellt. Die Tötung von Tieren durch Privatpersonen ist freilich nach wie vor illegal, passiert aber leider dennoch immer wieder. Paun: "Wir hören oft von tragischen Missbrauchsfällen durch Privatpersonen."

Keine Rückmeldung auf Anzeigen gegen Tierquäler
Fest steht: Viele Straßenhunde mussten bereits ihr Leben lassen. "Unser Team hat mittlerweile Anzeigen gegen 30 Tierquäler und ihre Hintermänner erstattet, aber bis jetzt haben wir leider keine Rückmeldungen erhalten. Wir sind der Meinung, dass die rumänische Regierung diese Fälle schnellstmöglich aufklären sollte, um die Tötungen zu stoppen und das Image des Landes wieder zu verbessern", schließt Paun.

Protestieren Sie gegen die Tötungen der Streuner in Rumänien! Richten Sie Ihre Worte an das Außenministerium , die rumänische Botschafterin in Wien (ambromviena@ambrom.at ) und unterschreiben Sie die Petition der "Vier Pfoten"!

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