Mi, 22. November 2017

Von Börse genommen

30.10.2013 08:41

Verkauf abgeschlossen: Dell gehört wieder Gründer

Der US-Computerbauer Dell gehört wieder seinem Gründer. Nach einer monatelangen Übernahmeschlacht konnten Michael Dell und der mit ihm verbündete Finanzinvestor Silver Lake am Dienstag den 24,9 Milliarden Dollar (rund 18 Milliarden Euro) schweren Kauf des Konzerns abschließen. Die Aktie ist damit nach 25 Jahren von der Börse verschwunden.

"Für Dell beginnt ein aufregendes neues Kapital als privat gehaltenes Unternehmen", erklärte Michael Dell am Sitz im texanischen Round Rock. Er will die 110.000 Mitarbeiter starke Firma durch einen Umbau fit machen, um im schwächelnden PC-Markt zu bestehen. Abseits der Börse muss er dabei keine Rücksicht auf die Wünsche anderer Anteilseigner nehmen.

Michael Dell und Silver Lake hatten seit Jahresbeginn versucht, Dell zu kaufen. Doch mehrere Großaktionäre, allen voran der streitbare US-Investor Carl Icahn, hatten den Preis als zu niedrig empfunden. Es entwickelte sich eine Schlammschlacht mit rechtlichen Tricks und persönlichen Anfeindungen. Michael Dell stockte das Angebot schließlich um eine halbe Milliarde Dollar auf und bekam auf diese Weise das Okay der Mehrheit der anderen Anteilseigner.

Die wahre Bewährungsprobe steht dem neuen alten Besitzer allerdings noch bevor. Weil viele Kunden mittlerweile lieber ein Smartphone oder Tablet nutzen, verkaufen sich PCs schlecht. Es tobt eine Preisschlacht. Michael Dell will nun das Dienstleistungsgeschäft ausbauen und in Wachstumsbereiche investieren, etwa die IT fürs Gesundheitswesen.

Parallel soll Dell aber auch weiterhin PCs verkaufen. "Nur weil ich mit dem Fahrrad fahre, bedeutet das nicht, dass ich nicht manchmal das Flugzeug nehme", sagte Michael Dell jüngst in einen Interview.

Firma 1984 mit 1.000 Dollar Startkapital gegründet
Michael Dell hatte das Unternehmen 1984 mit einem Startkapital von 1.000 Dollar in einem Studentenwohnheim in Texas gegründet. Schon 1988 ging Dell an die Börse. Erfolgsrezept war der Direktvertrieb; die PCs wurden erst nach Bestellung auf Kundenwunsch gebaut. Erst 2007 entschloss sich Dell dazu, seine Geräte auch im Einzelhandel anzubieten.

Managementfehler und der schwächelnde PC-Markt setzten Dell jedoch zu. Zwischenzeitlich war das Unternehmen die Nummer eins der Computerhersteller, heute ist es hinter Lenovo und Hewlett-Packard die Nummer drei. Der Marktanteil betrug nach Angaben der Marktforschungsfirma Gartner zuletzt knapp zwölf Prozent.

Michael Dell führt das Unternehmen mit einer kurzen Unterbrechung seit der Gründung. Er besaß auch noch große Anteile, was den Rückkauf erleichterte. Das Vermögen von Michael Dell liegt nach Schätzungen des US-Magazins "Forbes" bei 15,9 Milliarden Dollar. Damit liegt er auf Rang 49 der Liste der Suppereichen dieser Welt.

Dell-Aktie kostete ursprünglich neun Cent
Doch auch die anderen Aktionäre konnten sich auf lange Sicht nicht beklagen, wie der Konzern vorrechnete: Sie bekommen 13,75 Dollar in bar für die Anteilsscheine. Zum Börsengang am 22. Juni 1988 kostete das Papier, wenn man alle Aktiensplits einbezieht, neun Cent.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden