Sa, 25. November 2017

„Freunderl“ bedient?

29.10.2013 16:28

Extrem schiefe Optik: Krebshilfe feuert Lindner

Schwere Vorwürfe gegen die parteilose Neo-Abgeordnete Monika Lindner: Laut der Wiener Wochenzeitung "Falter" soll die ehemalige ORF-Generaldirektorin in ihrer Funktion als Vorstandsmitglied der St. Anna Kinderkrebsforschung Familienmitglieder mit lukrativen PR-Jobs versorgt haben. Lindner ist dort mittlerweile nicht mehr im Amt. Sie gab sich am Dienstag "zutiefst betroffen und bestürzt".

Lindner habe internen Dokumenten zufolge, die dem "Falter" vorliegen, ihren Lebensgefährten, den Werber Günter Lebisch, mit PR-Jobs versorgt und Druckaufträge genehmigt, die pro Jahr um 60.000 Euro teurer gewesen sein sollen als notwendig. Lebisch soll auch interveniert haben, damit Lindners Stiefsohn, ein Kameramann, krebskranke Kinder am Krankenbett für einen TV-Spot filmen darf - um 3.200 Euro für einen halben Drehtag, das Sechsfache des marktüblichen Preises.

Der ärztliche Direktor der Kinderkrebsforschung, Wolfgang Holter, zeigte sich "enttäuscht" darüber, dass Lindner ihre Interessenskonflikte nicht offengelegt habe, und forderte ihren Rückzug aus dem Verein. Man werde nun jede Honorarnote von Lebisch prüfen und gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten.

"Bashing": Lindner weist Vorwürfe zurück
Lindner und ihr Lebensgefährte wiesen die Vorwürfe der Vetternwirtschaft zunächst gegenüber dem "Falter" zurück. Man wolle durch "Lindnerbashing" nur dem Verein schaden. Alle Kosten seien genehmigt und transparent abgerechnet worden. Für den Stiefsohn sei nie interveniert worden. Bezüglich Lebischs Agentur war von einer Deckelung von Selbstkosten die Rede.

Bei ihrem Debüt im Nationalrat am Dienstag bekräftigte die Abgeordnete, "überhaupt nichts" mit den Finanzen der St. Anna Kinderkrebsforschung zu tun gehabt zu haben. Sie frage sich, wie es zu den Vorwürfen komme. Ihr Mandat im Vorstand habe sie aufgrund ihrer Tätigkeit im Parlament ruhend gestellt.

Auch per Aussendung einer PR-Vertreterin Lindners wurde versucht, Schadensbegrenzung zu betreiben. Unter anderem hieß es, das Naheverhältnis zu Lebisch sei dem Vorstand bekannt gewesen - was von der ärztlichen Direktion der Kinderkrebsforschung bestritten wird.

Wirbel um Einzug ins Parlament
Nach einer kurzfristig verkündeten Kandidatur auf der Liste des Team Stronach hatte sich Lindner noch vor der Nationalratswahl von der neuen Partei distanziert. Da ihr Name aber nicht mehr gestrichen werden konnte, blieb die Ex-ORF-Chefin auf der Liste - und schaffte den Einzug ins Parlament. Trotz heftiger Kritik - hauptsächlich ging es um hohe Bezüge - verzichtete sie nicht auf ihr Mandat und kündigte an, als parteilose Abgeordnete im Nationalrat sitzen zu wollen.

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