So, 22. Oktober 2017

Sieger-Interview

27.10.2013 16:50

Vettel: „Es fühlt sich ziemlich besonders an“

Sebastian Vettel ist endgültig einer der größten Piloten der Formel-1-Geschichte. Der 26-jährige Deutsche fixierte am Sonntag in Indien seinen vierten WM-Titel in Serie. Was dem Red-Bull-Star kurz nach dem historischen Erfolg alles durch den Kopf ging, wem er seinen Triumph widmet und ob er das alles überhaupt schon realisieren konnte, dazu äußerte er sich im Interview.

Sebastian, wie fällt Ihre erste Reaktion aus?
Sebastian Vettel: Ich bin sprachlos. Als ich über die Ziellinie fuhr, war ich einfach leer. Es gibt so viele Dinge, die du sagen willst, aber du kannst es einfach nicht. Bilder schießen in deinen Kopf von klein auf.

Sie haben bisher ein herausragendes Jahr geboten…
Vettel: Das war eine phänomenale Saison, das Auto war phänomenal. Es gibt mir einfach Kraft, für dieses Team zu fahren. Zunächst danke ich aber den Fans für ein unglaubliches Rennen. Schade, dass wir kommendes Jahr hier nicht fahren können.

Sie haben vor lauter Freude mit ihrem Wagen "Donuts" auf dem Asphalt gedreht. Wieso?
Vettel: Da sind so viele Leute auf der Tribüne, da musste ich was machen. Normalerweise darfst du das nicht, aber ich wollte es. Danke an das Team. Es war keine leichte Saison. Von außen konnte vielleicht der Eindruck so sein, dass alles in unseren Händen liegt. Mit (Alain) Prost, (Juan Manuel) Fangio und Michael (Schumacher) in einer Reihe genannt zu werden, ist unglaublich.

Ist das der schönste Tag in Ihrem Leben?
Vettel: Es fühlt sich ziemlich besonders an, denn wir arbeiten das ganze Jahr so hart. Es ist schwer, dafür Worte zu finden. Ich bin überwältigt. Ich denke oft daran zurück, als ich ein kleiner Junge war und die Formel 1 so weit weg - und dann gegen diese Leute zu fahren. Ich danke allen Leuten, von denen ich so viel gelernt habe. Dietrich (Mateschitz) hat 2007 an mich geglaubt. "Gib dem Buben eine Chance", sagte er, als nur wenige an mich geglaubt haben.

Sie mussten in dieser Saison auch Buhrufe über sich ergehen lassen. Wie ging es Ihnen dabei?
Vettel: Das fühlt sich nicht toll an. In der Hitze des Gefechts kann so etwas aber vorkommen. Ich denke, es ist nicht meine Schuld. Aber auch für mich war es schwierig, wenn man ausgebuht wird, obwohl man nichts falsch gemacht hat. Ich mache die Leute dafür aber nicht verantwortlich.

Wem würden Sie Ihren Erfolg widmen?
Vettel: Wenn es da jemanden gibt, dann meiner Freundin und meiner Familie, aber insbesondere meiner Freundin. Meine Familie hat eine riesige Rolle gespielt.

Können Sie nun schon verstehen, was Sie da eigentlich geleistet haben?
Vettel: Vier Titel zu gewinnen, ist einfach eine große Nummer. Ich fühle mich nicht alt, und das in so einer Zeit erreicht zu haben, ist schwer zu fassen. Vielleicht in zehn Jahren. Dann kann ich das vielleicht verstehen. Vieles versteht man einfach erst, wenn man nicht mehr aktiv ins Lenkrad greift.

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