So, 22. Oktober 2017

Vor Saisonfinish

14.10.2013 12:07

Vettel gönnt sich jetzt „ein bisschen Ruhe“

Sebastian Vettel ist der vierte WM-Titel wohl nicht mehr zu nehmen. Trotz seines Sieges in Suzuka wurde die Krönungsfeier verschoben, nun wird Vettel eben am 27. Oktober in Indien oder eine Woche später in Abu Dhabi mit ziemlicher Sicherheit zum vierten Mal Weltmeister. "Wann es passiert, ist egal. Hauptsache, es passiert", sagte Vettel entspannt, bevor er am Sonntag im Privatjet von Kimi Räikkönen nach Hause flog. "Ein bisschen Ruhe" will sich der deutsche Dauersieger jetzt gönnen.

Vier Rennen hat Vettel Zeit, die letzten Millimeter zum neuerlichen WM-Triumph zurückzulegen und als dritter Pilot nach dem Argentinier Juan Manuel Fangio (1954 bis 1957) und seinem Landsmann Michael Schumacher (2000 bis 2004) den vierten Titel in Serie zu holen. "Die beste Chance, das zu erreichen, ist einfach nicht dran zu denken", behauptete der 26-Jährige. In der Tat wirkt der Titelgewinn längst wie ein Selbstläufer. Zehn Punkte fehlen Vettel noch zur absoluten Gewissheit. Zum Vergleich: In den bisherigen 15 Saisonläufen hat er 297 Zähler geholt, das sind 19,8 im Schnitt.

"Wir durften nicht erwarten, dass Seb diese Erfolgsserie haben würde. Aber er fährt einfach überragend", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Bester Beweis: Mit seiner Punktausbeute würde Vettel allein auch die Teamwertung anführen, er hat genauso viele Zähler auf dem Konto wie die Ferrari-Piloten Fernando Alonso und Felipe Massa zusammen.

Verfolger Alonso schon 90 Zähler zurück
Der WM-Zweite Alonso schaut sich die Fahrertabelle schon gar nicht mehr an, obwohl er Vettel als einziger theoretisch noch abfangen könnte. Bei 90 Punkten Rückstand aber müsste der Spanier schon drei Rennen gewinnen und einmal Zweiter werden, um das zu ermöglichen. Und Vettel dürfte dann insgesamt nur noch zwei Punkte holen. Alonso werde schon "mehrere Wunder brauchen", schrieb "Le Figaro". Alonsos letzter Sieg ist fünf Monate her. "Wir haben jetzt andere Ziele. Und wenn es mathematisch entschieden ist, werden wir ihm gratulieren", erklärte der Scuderia-Star.

Glückwünsche hatte sich Vettel bereits nach seiner reifen Vorstellung in Suzuka verdient. Geduldig wartete er auf seine Chance, ehe er dank der besten Boxenstopp-Taktik cool an Teamgefährte Mark Webber und Lotus-Pilot Romain Grosjean vorbeizog. "Nicht mit dem Vorschlaghammer, sondern mit dem Skalpell", habe der Deutsche seinen 35. Karrieresieg erbeutet, lobte der britische "Guardian".

Leichtes Grummeln bei Webber
Den Verdacht, Webber zugunsten von Vettel mit einem eigentlich unnötigen dritten Reifenwechsel eingebremst zu haben, wies die Teamspitze entschieden zurück. Der Australier fügte sich mit leichtem Grummeln. Auf einen weiteren Disput mit Vettel hat der 37-Jährige kurz vor Ende seiner Formel-1-Laufbahn wohl keine Lust mehr. Lieber verabschiedete er sich für einen Kurz-Urlaub in die Heimat "für ein bisschen Surfen".

Angesichts der drückenden Vettel-Dominanz sinken bei den Jägern auch die Hoffnungen für die neue Saison. "Das Unschlagbare wird weitergehen. Die anderen müssen im Winter mächtig aufrüsten, um denen Paroli bieten zu können", befand Niki Lauda, der Team-Aufsichtsratschef von Mercedes. Kein Wunder, dass Silberpfeil-Star Lewis Hamilton auf die Frage, welches Ziel er für den Rest des Jahres anpeile, spöttisch antwortete: "Weihnachten."

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