Sa, 16. Dezember 2017

Millionenschaden

11.10.2013 14:31

Alois Huber für etliche Straftaten verantwortlich

Alois Huber hat vier Menschen kaltblütig ermordet. Als Wilderer hatte er zuvor jahrelang niederösterreichische Wälder unsicher gemacht. Als ob das nicht schon genug wäre, haben Ermittler nun herausgefunden, dass der 55-Jährige zudem Straftaten mit Schaden in Millionenhöhe angerichtet hat. Einbruchsdiebstähle, Brandstiftungen und sogar ein gestohlener Puma sollen auf das Konto des Wilderers gehen.

Laut Franz Polzer, Chef des Landeskriminalamtes NÖ, wurden Huber bisher 20 Einbruchsdiebstähle sowie mehrere Brandstiftungen eindeutig zugeordnet. 131 Schusswaffen im Anwesen des Mannes in Großpriel - somit fast die Hälfte aller 305 sichergestellten - seien "eindeutig Diebesgut".

Schaden wohl über zehn Millionen Euro
Polzer sprach am Freitag von acht Millionen Euro Schaden, von denen man ausgehen könne. Es sei aber anzunehmen, dass die Marke von zehn Millionen überschritten werde. Der unter anderem des Mordes an drei Polizeibeamten und einem Sanitäter am 17. September beschuldigte 55-Jährige, der seinem Leben selbst ein Ende setzte, habe demnach "Gehöriges zu verbergen" gehabt.

Auf das Konto des Wilderers gehen den Ermittlungen zufolge definitiv Einbrüche und Brandstiftungen im Schloss Steinbach in Göstling a.d. Ybbs im Bezirk Scheibbs im Dezember 2002 und in einer Jagdvilla in Gutenstein im Bezirk Wiener Neustadt im August 2004. Auch ein Jagdschloss in der Steiermark hatte der Mann demnach heimgesucht und dort einen Brand gelegt, merkte Polzer zu Fällen größeren Ausmaßes an.

Gestohlener Puma in Villa gefunden
Allein der Schaden in Göstling war seinerzeit mit etwa fünf Millionen Euro beziffert worden. In Gutenstein waren ein Jagdgewehr, sechs Revolver der US-Armee, drei Ferngläser sowie 89 Trophäen - vorwiegend Rehe und Hirsche, aber auch ein präparierter Puma - gestohlen worden. Die Raubkatze wurde ebenfalls auf dem Anwesen des 55-Jährigen sichergestellt.

Zu den als Diebesbeute identifizierten Schusswaffen hieß es, diese würden von Einbrüchen in Niederösterreich, der Steiermark und in Salzburg stammen. Weiters wurden bisher vier gestohlene Motorräder, zwei Fahrzeuganhänger und 21 Kennzeichentafeln zugeordnet. Die Ermittlungen hinsichtlich weiterer sichergestellter Gegenstände wie Trophäen, Jagdzubehör, Schmuck und Werkzeug dauern an und werden wohl noch Wochen in Anspruch nehmen. "Es ist jedoch davon auszugehen, dass alle im Bunker vorgefundenen Gegenstände aus strafbaren Handlungen stammen", so die Landespolizeidirektion NÖ.

Offen sei noch, ob Huber Mittäter hatte, sagte Polzer. Es sei nicht auszuschließen, obwohl derzeit nichts unmittelbar darauf hindeute. Als Wilderer dürfte der Beschuldigte jedenfalls Einzeltäter gewesen sein.

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