Mi, 18. Oktober 2017

"Belastung zu groß"

04.10.2013 12:23

F1-Teams wehren sich gegen Rekord-Kalender 2014

In der Formel 1 regt sich breiter Widerstand gegen den 22 Rennen umfassenden Rekord-Kalender für 2014. "Wir alle wissen, dass 22 Rennen über der Grenze sind", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner dem Fachmagazin "Autosport" vor dem Großen Preis von Südkorea am Sonntag. Auch andere Verantwortliche der Rennställe und eine Reihe von Fahrern sprach sich in Yeongam gegen den jüngst veröffentlichen Entwurf des Internationalen Automobilverbands FIA aus. "Das Jahr wird einfach zu lang", sagte Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton.

In dieser Saison werden 19 WM-Läufe gefahren, ein Maximum von 20 gilt für die Teams als akzeptabel. Im vorläufigen Plan der FIA für die kommende Saison kommen jedoch die Neulinge New Jersey, Sotschi und Mexiko sowie der Rückkehrer Österreich mit dem Rennen auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg hinzu. Weil Indien 2014 pausiert, wären es damit 22 Grands Prix. Dies sei eine zu große Belastung für die Mitarbeiter der Rennställe und den Rest des Formel-1-Zirkus', urteilte Sebastian Vettels Teamchef Horner.

Massa: "Gäbe viel besseren Kalender"
Zudem stellt der aktuelle Entwurf, den Chefvermarkter Bernie Ecclestone der FIA vorschlug, die Teams vor große logistische Probleme. Vor allem die Ansetzung der Rennen in Monte Carlo, New Jersey und Montreal binnen zwei Wochen stößt auf Kritik. "Wenn man besser drüber nachdenken würde, käme man zu einem viel besseren Kalender für das nächste Jahr", meinte Ferrari-Pilot Felipe Massa.

"Unsinnige Lücken"
Noch allerdings rechnen viele mit weiteren Änderungen bis zur Veröffentlichung des endgültigen Rennkalenders Anfang Dezember. Als Streichkandidaten gelten vor allem Südkorea sowie die potenziellen Debütanten New Jersey und Mexiko. "Wenn man aber annimmt, dass es diese Strecken nicht schaffen, dann haben wir ein paar unsinnige Lücken in der Mitte", verwies McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh auf weitere notwendige Umstellungen, um einen terminlich ausgewogenen Kalender zu gewährleisten.

Abhängig vom endgültigen Rennplan ist auch, wie viele Testtage die Formel 1 im kommenden Jahr absolvieren kann. Dabei gilt: Je mehr WM-Läufe, desto weniger Übungsfahrten. Bei 22 Rennen würde es dem Fachmagazin "Auto, Motor und Sport" zufolge zwei zusätzliche Zwei-Tages-Tests während der Saison geben. Bei 21 Grands Prix sollen es drei sein, bei 20 sogar vier. Im nächsten Jahr sind die zuletzt verbotenen Tests während der Saison wieder erlaubt. Vor Beginn der WM proben die Teams im spanischen Jerez und zweimal in Bahrain.

Wie unseriös der WM-Kalender 2014 ist, kann man auch am Beispiel Südkorea sehen. Der Korea International Circuit hat den Streckenbetreibern von Yeongam bisher nur Millionen-Verluste gebracht und vor der vierten Auflage des Großen Preises von Südkorea ist offener denn je, ob die Königsklasse danach noch einmal ins gesichtslose Marschland am Ostchinesischen Meer zurückkehren wird. "Mir ist gesagt worden, dass wir das letzte Mal hier sind", verriet Dreifach-Weltmeister Vettel am Freitag.

Südkorea wackelt
Die Chance auf weitere Formel-1-Gastspiele in Südkorea bezifferte selbst Promoter Won-Hwa Park zuletzt auf "50 zu 50". Nur unter Vorbehalt taucht das Rennen noch im vorläufigen Kalender für 2014 auf. Die Veranstalter wollen beim Chefvermarkter schon wieder um einen finanziellen Nachlass bitten und sträuben sich zudem gegen den vorläufigen April-Termin. Sie wollen lieber weiter am Oktober festhalten. In der Not wollen die Südkoreaner zudem nun Anleihen bei den Kollegen in Singapur nehmen und künftig ein Nachtrennen veranstalten.

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