Mi, 22. November 2017

Mini-Beamer

05.10.2013 09:00

Klein und trotzdem leuchtstark: Acers C120 im Test

So manch Pico-Projektor hat es bereits in die krone.at-Redaktion geschafft, recht überzeugen konnte aber bislang keiner der mobilen Mini-Beamer für die Hosentasche. "Zu lichtschwach", lautete zumeist das Fazit. Dem C120 von Acer kann man dies nicht vorwerfen: Er überrascht mit einer für seine Klasse und Größe überragenden Leuchtkraft. Dafür hapert es jedoch an anderer Stelle.

15, 30, 55 oder in seltenen Fällen auch 80 Lumen – mehr Leuchtkraft bringen Pico-Projektoren in der Regel nicht mit sich. Wer mehr und somit hellere Bilder projizieren möchte, muss tiefer in die Tasche greifen und zudem meist Abstriche bei der Größe des Geräts in Kauf nehmen. Insofern stellt der C120 von Acer eine echte Überraschung dar: Mit seinen Abmessungen von 110 x 85 x 25 Millimetern ist der 176 Gramm schwere Mini-Beamer zwar kaum größer als zwei nebeneinander gelegte Tschickpackerl, wirft mit seiner 100 Lumen starken LED-Lampe aber trotzdem erstaunlich helle Bilder an die Wand.

Diese können bei einer Entfernung von rund dreieinhalb Metern eine Größe von bis zu 100 Zoll Diagonale erreichen, das entspricht einem 2,21 x 1,24 Meter großen Bild und ist damit mehr als ausreichend für die meisten Präsentationen oder "Dia-Abende" im Freundes- und Familienkreis. Abstriche muss man hingegen bei der Schärfe in Kauf nehmen: Der Projektor unterstützt lediglich Auflösungen von bis zu 1.280 x 800 Pixeln. Die native Auflösung des Geräts liegt mit 854 x 480 Pixeln allerdings noch darunter. In diesem Bereich erzielt der Projektor demnach auch die besten Resultate. Alles, was darüber liegt, lässt sich zwar projizieren, sieht deswegen aber nicht besser aus.

Fehlende Anschluss-Flexibilität
Die eigentliche Schwäche des C120 ist jedoch eine andere, nämlich die geringe Konnektivität - wobei ihm diese auch zum Vorteil gereichen kann. Im Gegensatz zu vielen anderen Pico-Projektoren, die auch HDMI unterstützen, über SD-Kartensteckplätze verfügen oder spezielle Adapter etwa für den Anschluss an Tablets oder Spielkonsolen bieten, versteht sich der Acer-Beamer einzig und allein auf USB. Das macht die Handhabung etwa mit einem Notebook theoretisch sehr einfach, erschwert die Dinge jedoch ungemein, wenn die Bildquelle eine "exotischere" Schnittstelle verlangt oder der USB-Treiber beispielsweise gerade nicht erkannt wird – so geschehen im Test mit einem Surface RT.

Keine Probleme gab es hingegen mit einem bereits älteren Notebook von Asus. Kaum angesteckt, erkannte das Gerät den Beamer, installierte den Treiber und bat um das Ausführen einer Startdatei, um den Bildschirminhalt des Notebooks, begleitet von einem gleichmäßigen, aber keinesfalls störenden Lüftergeräusch, ohne weiteres Zutun zu spiegeln und an die Wand zu werfen. Und dies selbst in einem nur mäßig abgedunkelten, sprich: hellen Raum mit überzeugendem Ergebnis.

Geringe Ausstattung
Die Fokussierung über ein entsprechendes Einstellrad stellte kein Problem dar, wenngleich es mitunter eines gewissen Fingerspitzengefühls bedarf, den richtigen Schärfepunkt zu erwischen. Als größere Herausforderung erwies sich hingegen die richtige Positionierung des Beamers. Denn über ein Gewinde für ein Tischstativ verfügt dieser nicht und mithilfe des mickrigen, ausklappbaren Füßchens lässt sich der C120 leider auch nur dürftig in Stellung bringen.

Wünschenswert wären zudem Bedienelemente am Gerät selbst, um beispielsweise Helligkeit, Kontrast oder Farbsättigung manuell zu verändern. Wer dies tun möchte, muss jedoch wie unserem Fall den Umweg über die Display-Einstellungen des Notebooks nehmen.

Einbußen bei Stromversorgung via USB
Abzüge gibt es auch für die Stromversorgung bzw. den -bedarf. Die besten Helligkeitswerte liefert der C120 nämlich bei Verwendung mit einem Netzteil, das fast ebenso groß ist wie der Beamer selbst. Zwar lässt sich dieser auch über den USB-Anschluss mit Strom versorgen, das Bild erstrahlt dann allerdings nicht ganz so stark.

Wie groß die Einbußen bei der Helligkeit sind, ist vom Anschluss abhängig. Der C120 unterstützt sowohl USB-2.0- als auch USB-3.0-Ports und sollte mittels beiliegendem USB-Y-Kabel bevorzugt an den stärkeren USB-3.0-Port oder alternativ an zwei USB-2.0-Eingänge gleichzeitig gehängt werden. Erfüllt das Gerät eine oder gar beide Anforderungen nicht, muss man entweder Einbußen bei der Helligkeit oder - aufgrund des Steckdosenzwangs - der Mobilität in Kauf nehmen.

Fazit: Der C120 von Acer ist klein, leicht und trotzdem leuchtstark – eine echte Seltenheit bei Pico-Projektoren. Abzüge gibt es allerdings für die geringe Ausstattung des Mini-Beamers, allen voran die fehlenden Anschlussmöglichkeiten. Angesichts des günstigen Preises von derzeit um die 200 Euro ist dies jedoch verzeihbar. Denn für das Mehr an Ausstattungskomfort zahlt man andernorts auch mehr und hat dann außerdem schwerer an seinem Gerät zu tragen.

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