Mi, 13. Dezember 2017

Zigtausende Bilder

30.09.2013 10:03

Pädophile horten immer größere Kinderporno-Mengen

Das Internet hat den Zugang zu kinderpornografischem Material vereinfacht. Das untermauerte der irische Gerichtspsychologe Joe Sullivan bei einem von der UNO in Wien einberufenen Expertentreffen. "Vor dem Internet-Zeitalter galt der Besitz von 150 Fotos mit Kindern als riesige Sammlung. Heute sind Sammlungen von 150.000 Bildern üblich, auch von Anhäufungen von bis zu 1,5 Millionen hört man."

"Eltern und Erzieher brauchen einen Einblick, wie Sexualstraftäter arbeiten", betonte der international renommierte Experte. "Sie sind oft überrascht, wie ausgeklügelt diese vorgehen und welche Möglichkeiten der Manipulation sie ausschöpfen, um Zugang zu Kindern zu erhalten", zitierte die UNO Sullivan in einer Aussendung.

Mann hortete 40 Festplatten mit Kinderpornos
Tatsächlich macht die Polizei im Kampf gegen Pädophile immer wieder grausige Entdeckungen riesiger Mengen kinderpornografischen Materials. Erst vor wenigen Tagen wurde etwa in Deutschland ein 22-Jähriger ausgeforscht, der einen Kinderporno-Server angelegt hatte.

Insgesamt 40 Festplatten und einen Server in der Größe eines Kühlschranks hatte der Kölner dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zufolge mit Kinderpornos gefüllt. Dabei ging er ausgesprochen raffiniert vor.

Der Pädophile hatte sich offenbar in die WLAN-Netzwerke seiner Nachbarn eingeschlichen und die Kinderpornos über deren Internetanschlüsse heruntergeladen. Deshalb habe es auch mehrere erfolglose Hausdurchsuchungen bei Anwohnern gegeben, bevor die Polizei den jungen Mann verhaften konnte.

Zahl der Anzeigen in Österreich steigt
Aber auch in Österreich kämpfen Behörden und Organisationen gegen Kinderpornos im Web. Es handelt sich um ein wachsendes Problem: Laut österreichischer Kriminalstatistik stieg die Anzahl der zur Anzeige gebrachten Fälle in diesem Bereich 2012 von 502 auf 543 Fälle, die Zahlen für 2013 stehen noch aus.

Dabei seien es den Ermittlern zufolge nur selten eigens eingerichtete Websites, über die sich die Pädophilen mit Kinderpornos versorgen. Tatsächlich zöge es die Täter auch zunehmend in Foren und Chats, wo sie sich unter sich wähnen. Eine Tendenz, die auch die Meldestelle "Stopline" für illegale Internetinhalte bestätigt.

Die Organisation warnt zudem davor, dass Konsumenten kinderpornografischen Materials immer öfter auch zu Tätern würden. Manch ein geschlossenes Forum, in dem sich Pädophile treffen, soll nämlich den Upload neuer Bilder als Voraussetzung für eine Mitgliedschaft verlangen. Die Nutzer würden "in die Rolle des Produzenten gedrängt, um Konsument zu werden", warnt "Stopline"-Projektleiterin Barbara Schlossbauer.

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