Do, 14. Dezember 2017

Wer hat angerufen?

28.09.2013 15:05

Verwirrung um Telefonat zwischen Obama und Rohani

Verwirrung um ein historisches Telefonat: Nach 34 Jahren Eiszeit haben erstmals wieder ein Präsident der USA und ein iranischer Staatschef miteinander telefoniert. Jetzt geben aber beide Seiten an, die Initiative für das Gespräch zwischen Barack Obama und Hassan Rohani sei jeweils vom anderen ausgegangen.

Die erste Version der Geschichte lautete so: Rohani habe kurz vor seinem Abflug aus New York um ein Gespräch mit Obama angesucht. Wenig später stellte aber Teheran die iranische Sicht der Dinge dar. "Auf dem Weg zum Flughafen wurde uns mitgeteilt, dass Präsident Obama an einem kurzen Telefongespräch mit mir interessiert sei", sagte Rohani am Samstag bei seiner Rückkehr.

"Keine Zeit" für persönliches Treffen
Das Hauptthema des Gesprächs sei der Atomstreit gewesen. Er habe Obama erklärt, dass Teheran eine schnelle Beilegung des Streits wolle, erklärte der iranische Präsident. Rohani erklärte auch, warum er sich am Rande der UNO-Vollversammlung nicht mit Obama getroffen habe. Demnach sei die von der US-Seite gewährte Zeit zu kurz für ein Gespräch über die verschiedenen Themen gewesen. "Deshalb habe ich das Treffen auch abgesagt", sagte Rohani.

US-Sicherheitsberaterin Susan Rice versicherte aber erneut gegenüber dem Sender CNN, die Initiative für das Telefonat sei von iranischer Seite ausgegangen. Das Gespräch sei "herzlich" und "konstruktiv" gewesen. Es habe einschließlich der Übersetzungen etwa 15 Minuten gedauert. Die israelische Regierung sei informiert gewesen, erklärte ein US-Regierungsbeamter.

Wütender Empfang: Mit Eiern und Schuh gegen Präsidenten
Das Verwirrspiel könnte unter Umständen damit zu tun haben, dass sich Rohani mit seinem moderaten Kurs gegenüber dem Westen immer mehr Feinde innerhalb der eigenen Bevölkerung schafft. Bei seiner Rückkehr von der UNO-Vollversammlung wurde der Präsident am Samstag auf dem Mehrabad-Flughafen von Teheran mit wütenden Protesten empfangen. Es kam zwischenzeitlich auch zu Tumulten zwischen Anhängern und Gegnern Rohanis, sodass die Polizei einschreiten musste.

Während Sympathisanten "Rohani, wir danken dir" riefen, skandierten Gegner: "Nieder mit Amerika" und "Keine Kompromisse mit den USA, sondern nur Kampf". Ein Mann versuchte, Rohani mit einem Schuh zu treffen. Die Präsidentenkarosse sei später auch mit Eiern beworfen worden, berichteten Augenzeugen. Reporter an Ort und Stelle bestätigten diese Berichte jedoch nicht.

Rohani: "Flexibilität in Außenpolitik notwendig"
Rohani versuchte, die aufgebrachten Gemüter zu beruhigen: "In der Außenpolitik sollte man eine gewisse rationale Flexibilität haben, ohne jedoch die Prinzipien und nationale Würde zu vergessen", sagte er. Dies sei auch der Standpunkt des obersten Führers, Ayatollah Ali Khamenei, der von ihm vor seiner Reise nach New York eine "heroische Flexibilität" gefordert habe.

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