Di, 12. Dezember 2017

"Unhackbares Netz"

26.09.2013 10:25

John McAfee will nun das Internet revolutionieren

Er führte ein Lotterleben, wurde wegen Mordverdachts von der Polizei gejagt und hat bei seiner spektakulären Flucht aus dem Tropenstaat Belize alles verloren: John McAfee, genialer Antiviren-Pionier und exzentrischer Stelzbock in einer Person. Jetzt will es der 67-Jährige, der seit dem Verkauf seiner gleichnamigen Sicherheitsfirma in den Neunzigern aus der IT-Szene verschwunden war, noch einmal wissen. McAfee hat angekündigt, die Technikwelt mit einem "unhackbaren Internet" zu beglücken.

Eine der skurrilsten Gestalten des World Wide Web hat angekündigt, selbiges für immer zu verändern. Im Gespräch mit der Zeitung "Contra Costa Times" behauptet John McAfee: "Meine Technologie wird eine neue Art von Internet ermöglichen. Ein dezentrales, fließendes und sich bewegendes Internet, das unmöglich gehackt werden kann, in das man unmöglich eindringen kann und das hinsichtlich seiner Leichtigkeit und Neutralität weit überlegen ist."

"Es löst all unsere Sicherheitssorgen"
Genauere Details nannte der IT-Rückkehrer im Interview freilich nicht. McAfees Versprechung ist aber eindeutig: "Es löst all unsere Sicherheitssorgen". Staatlich angeordnete Internetspionage, Hackerangriffe, Botnets und ähnliche Gefahren des Internetzeitalters will McAfee mit einem Schlag aus der Welt fegen.

Eine Versprechung, die eigentlich zu schön ist, um wahr zu sein. Vor allem in Anbetracht dessen, dass McAfee dem IT-Portal "CNET" zufolge seit den Neunzigern nicht mehr als IT-Sicherheitsfachmann im Einsatz war und die IT-Kenntnisse des 67-Jährigen entsprechend eingerostet sein dürften.

Am Wochenende will McAfee Klarheit schaffen. Die Enthüllung seiner neuen Firma, für die er von seinem Wohnsitz in Portland im US-Bundesstaat Oregon ins über tausend Kilometer entfernte Silicon Valley nahe San Francisco pendeln will, sei für Samstag geplant, schreibt die Zeitung.

Schlagzeilen durch skurrile Videobotschaften
Was tatsächlich von McAfees Plänen zu halten ist, ist schwer zu sagen. Mit seinem Sicherheitsunternehmen hat der Exzentriker eine fixe Größe im Bereich der IT-Sicherheit geschaffen, mit der er allerdings seit 20 Jahren nur mehr den Namen teilt.

Und die skurrilen Videoauftritte (siehe Infobox), durch die McAfee in den vergangenen Monaten Schlagzeilen machte, sprechen nicht unbedingt für seine geistige Unversehrtheit. In den Filmchen hantiert McAfee mit Schusswaffen und umgibt sich mit leicht bekleideten Frauen – ebenso, wie er es schon während seiner Zeit in Belize getan haben soll.

McAfee in Belize immer noch Mordverdächtiger
Apropos Belize: In dem mittelamerikanischen Staat wird McAfee immer noch als Verdächtiger in einem Mordfall gehandelt. Nach dem Mord an seinem ebenfalls aus den USA ausgewanderten Nachbarn Gregory Faull in Belize war McAfee untergetaucht und hatte mit seiner abenteuerlichen Flucht Schlagzeilen gemacht.

Geht es nach McAfee, war der Mord an seinem Nachbarn ein Komplott der Regierung. Man habe ihm die Tötung Faulls in die Schuhe schieben wollen, so der Antivirenpionier, der in Belize mit Drogen experimentiert, zahlreiche Waffen besessen und mit jungen Frauen gelebt haben soll.

McAfee soll bei seiner Flucht alles verloren haben. Allerdings wurde bereits eine Verfilmung seines abenteuerlichen Lebens angekündigt, er dürfte also an den Rechten an seiner Geschichte künftig gut verdienen. Warum er da nochmal ins Technikgeschäft einsteigen und ein "unhackbares" Internet erfinden will, ist unklar. Zumal McAfee beteuert, immer noch Geld zu haben.

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