Do, 14. Dezember 2017

Erschreckende Bilder

25.09.2013 21:57

So machte Amokläufer von Washington Jagd auf Opfer

Der Todesschütze von Washington hat regelrecht Jagd auf seine Opfer gemacht: Das machen am Mittwoch von der US-Bundespolizei FBI erstmals veröffentlichte Bilder deutlich. Darauf ist der 34-jährige Aaron Alexis zu sehen, wie er mit einer abgesägten Schrotflinte durch die Gänge auf der Marinebasis in der US-Hauptstadt streift. Alexis hatte Anfang letzter Woche zwölf Menschen erschossen, bevor er selbst bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet wurde.

Die Angaben des FBI zum Tathergang basieren vor allem auf den - nun teilweise publik gemachten - Aufnahmen von Überwachungskameras im Gebäude 197 des Kommando- und Verwaltungszentrums der Marine auf dem Gelände des historischen Navy Yard in Washington. Zusätzlich veröffentlichte die Bundespolizei am Mittwoch Fotos der Beweisaufnahme nach dem Blutbad.

Auf den Bildern ist der Amokläufer zu sehen, wie er mit seinem Mietauto auf den Stützpunkt fährt und dann direkt mit einem Rucksack auf einer Toilette im dritten Stockwerk des Bürogebäudes verschwindet. Der Rucksack wurde nach der Tat auf dem WC sichergestellt. Alexis erscheint dann mit einer abgesägten Schrotflinte der Marke Remington 870 wieder auf dem Gang.

Täter war überzeugt, von Radiowellen gesteuert zu werden
Der 34-Jährige habe dann laut FBI auf jeden geschossen, der in seinem Weg gestanden sei. Bei den Schüssen habe es demnach "kein erkennbares Muster" gegeben. Wie die Bundespolizei am Mittwoch ergänzte, sei Alexis fest davon überzeugt gewesen, von extrem niederfrequenten Radiowellen (Extrem Low Frequency, ELF) gesteuert zu werden. Auf die Oberfläche der Tatwaffe hatte er unter anderem "My ELF weapon" eingeritzt.

"ELF-Technologie war ein legitimes Programm für niederfrequente U-Boot-Kommunikation", erläuterte Valerie Parlave, Vize-Direktorin des FBI-Büros in Washington. "Allerdings gibt es Verschwörungstheoretiker, welche ihre Anwendung als Militarisierung entfernter neuronaler Frequenzen zur staatlichen Überwachung und Manipulation von ahnungslosen Bürgern missverstehen", so Parlave weiter.

Es gebe zudem Anhaltspunkte, dass der Amokläufer darauf vorbereitet gewesen sei, bei seiner Tat vor einer Woche zu sterben, hieß es bei der FBI-Pressekonferenz weiter. Auf seiner Schrottflinte seien weitere Sätze eingeritzt gewesen wie: "Beende die Qual" und "Besser dran auf diese Weise" (Bilder).

Mehrfach wegen Aggressionen aufgefallen
US-Medien hatten bereits berichtet, der Amokläufer habe unter psychischen Störungen gelitten und Stimmen gehört (siehe Infobox). In der Vergangenheit war Alexis mehrfach aufgefallen, weil er seine Aggressionen nicht unter Kontrolle halten konnte. Bei der Polizei war er wegen Zwischenfällen mit Schusswaffen aktenkundig. Während seiner Zeit in der Marine in den Jahren 2007 bis 2011 belangte das Militär ihn wegen verschiedener Vergehen.

Trotz seiner problematischen Vorgeschichte hatte der 34-Jährige als Mitarbeiter einer Firma, die für die Marine die Computerausstattung erneuern sollte, Zugang zu militärischen Einrichtungen erhalten. Das Pentagon kündigte nach dem Amoklauf an, die Sicherheitsstandards auf allen Stützpunkten weltweit unter die Lupe zu nehmen.

Obama ruft nach Blutbad zum Handeln auf
In einer Gedenkstunde in den historischen Marine Barracks in Washington ehrte US-Präsident Barack Obama am vergangenen Sonntag die Opfer des jüngsten Massakers und würdigte sie als Helden. Zugleich machte er seine Rede zu einer bitteren Anklage. Obama rief eindringlich dazu auf, nach der jüngsten Serie blutiger Gewalttaten endlich Konsequenzen zu ziehen.

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