Mo, 11. Dezember 2017

"Solide Leistung"

25.09.2013 16:59

EU-Vergleich: Österreich bleibt wettbewerbsfähig

Österreich liegt laut einem aktuellen Vergleich der Wettbewerbsfähigkeit in der EU im Spitzenfeld der 28 Mitgliedstaaten. Die EU-Kommission sieht Österreich mit einer "soliden Leistung" gemeinsam mit Deutschland, Dänemark, Schweden und Luxemburg unter den fünf führenden Staaten. Beim EU-Vergleich der innovationsfähigsten Länder ist die Alpenrepublik allerdings weiter zurückgefallen und liegt auf Rang neun.

Der aktuelle Bericht der EU-Kommission basiert auf zehn Indikatoren. Zu ihnen zählen die Arbeitsproduktivität, Ausbildung, Exporte, Innovation, Energieintensität, Energiekosten, geschäftliches Umfeld, geeignete Infrastruktur, Zugang zu Krediten sowie Investitionen in die Industrie.

"Was die allgemeine Wettbewerbsfähigkeit seiner Wirtschaft angeht, schneidet Österreich gut ab", heißt es in dem Dokument. Österreich wird von der Kommission eine "solide Leistung in vielen Bereichen" bescheinigt. Auf kurze Sicht gesehen werde es keine Engpässe geben, allerdings seien strukturelle Schwächen in einigen Gebieten, die das langfristige Potenzial der Wirtschaft schädigen könnten, zu beseitigen, gibt Brüssel zu bedenken. Insgesamt verfüge Österreich über ein "günstiges Umfeld für Unternehmen und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft".

Schulsystem und Migranten als langfristige Risiken
Ungeachtet der hohen Produktivität des Landes stelle ein Mangel an Fachkräften und Forschern auf längere Sicht ein Risiko dar. Das nicht ausgeschöpfte Qualifikationspotenzial von Bürgern mit Migrationshintergrund und ein "Schulsystem mit einer frühzeitigen Selektierung der Schüler nach verschiedenen Schultypen tragen dazu bei, dass die Arbeitskräfte Österreichs unzureichend genutzt werden". Die "Rot-Weiß-Rot-Karte zur Lenkung der nachfrageorientierten Zuwanderung von Arbeitskräften" habe zwar "einige Lücken in Branchen mit Engpässen schließen" können. Trotzdem seien die Auswirkungen bisher begrenzt.

Deutliches Plus bei Exportleistung
Bei der Exportleistung habe sich Österreich von 35 Prozent 1995 auf 57 Prozent 2011 deutlich verbessert. Die Gesamtleistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung liege zudem deutlich über dem EU-Durchschnitt. Überdurchschnittlich gut schneide Österreich auch im EU-Vergleich bei der Zeit ab, die Unternehmen zur Einhaltung ihrer steuerlichen Verpflichtungen benötigen. Auch beim Zugang zu Finanzmitteln sei Österreich "besser bestellt als im EU-Durchschnitt". Alternativen zu Bankkrediten sollten aber verstärkt entwickelt werden. Schwachpunkte bestünden weiterhin über den Zugang zu Beteiligungskapital und dessen Verfügbarkeit.

Aufholbedarf bei Innovationsfähigkeit
Im EU-Innovationsanzeiger, der unter anderem Bereiche wie Humankapital, Forschungssysteme, Investitionen oder wirtschaftliche Auswirkungen umfasst, ist Österreich 2012 auf Rang neun zurückgefallen. Im Jahr zuvor belegte die Alpenrepublik noch Platz acht der innovationsfähigsten Länder, 2010 war es Rang sieben und 2009 der sechste Platz.

Laut EU befindet sich Österreich derzeit in der Position eines Innovationsverfolgers. Die Intensität für Forschung und Entwicklung liege über dem EU-Schnitt. Die Gesamtaufwendungen für Forschung und Entwicklung seien von 1,93 Prozent des BIP im Jahr 2000 auf 2,74 Prozent 2011 gestiegen. Dies sei "zwar schneller als in den meisten anderen EU-Staaten", aber 2010 habe es einen leichten Rückgang gegeben.

Kritik an "Aufsplitterung der Zuständigkeiten"
Zwei Drittel der österreichischen Unternehmen seien innovativ. Die Zahl von Absolventen in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern sei 2011 erstmals höher als im EU-Durchschnitt gewesen (16,1 zu 14,2 Prozent). Kritisiert wird von der EU-Kommission aber zugleich, dass das Innovationssystem unter einer "komplexen Aufsplitterung der Zuständigkeiten zwischen verschiedenen Ministerien" sowie einer ganzen Reihe von öffentlichen und halböffentlichen Agenturen leide.

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