Mo, 11. Dezember 2017

ESP fürs Motorrad

25.09.2013 07:24

KTM bringt erste Stabilitätskontrolle für Bikes

Im Auto ist die elektronische Stabilitätskontrolle namens ESP bereits Pflicht, bei Motorrädern gibt es so etwas nicht – bzw. gab es bisher nicht: Bosch und KTM haben das sogenannte MSC (Motorcycle Stability Control) entwickelt, das in der KTM 1190 Adventure und Adventure R des Modelljahres 2014 erstmals angeboten wird.

"Technische Basis für die MSC ist das ABS enhanced für Motorräder", erläutert Fevzi Yildirim, der Leiter des Bosch-Entwicklungszentrums für Zweiradsicherheit in Japan. "Die neuen Funktionen werden aber erst mit einer umfangreichen Sensorik und ausgeklügelter Software möglich."

Was MSC alles kann
Die neigungs- und nickwinkelabhängige ABS-Regelung verbessert die Fahrstabilität in allen Fahrsituationen und die Bremswirkung.
Die Traktionskontrolle regelt das maximale Motordrehmoment so, dass selbst bei wechselnden, glatten Fahrbahnbelägen die Antriebskraft effizient auf die Straße gebracht wird und das Antriebsrad nicht die Haftung verliert.

Beim starken Bremsen in Kurven verringert MSC das Motorrad-Aufstellmoment. Dieses ungewollte Aufrichten der Maschine aus der Schräglage führt zu einem größeren Kurvenradius und dadurch oftmals zum Verlassen der eigenen Fahrspur. Die elektronische Verbundbremse eCBS verteilt in solchen Situationen die Bremskraft bestmöglich zwischen beiden Rädern und stabilisiert dadurch die Kurvenfahrt.

MSC reduziert auch die Gefahr von Kurvenunfällen, bei denen die Räder des Motorrads nach außen wegrutschen. Diese sogenannten Lowsider passieren, wenn bei Kurvenfahrt zu stark gebremst wird und die Räder nicht mehr genügend Seitenführung aufbauen können. MSC erkennt diese Gefahr und reduziert die maximale Bremskraft. Die eCBS-Funktion verteilt die maximal verfügbare Bremskraft zwischen den Rädern, um die bestmögliche Bremsleistung bei Kurvenfahrt sicherzustellen.

Die eCBS-Funktion sorgt immer für die bestmögliche Bremskraftverteilung – selbst wenn der Motorradfahrer nur eine der beiden Bremsen oder mit zuviel Nachdruck bremsen sollte.

Die Wheelie-Begrenzung regelt das Motordrehmoment, so dass ein unkontrolliertes Aufsteigen des Vorderrads verhindert und gleichzeitig maximale Beschleunigung sichergestellt wird. Die Hinterrad-Abhebe-Erkennung verhindert einen Stoppie, also ein ungewolltes Abheben des Hinterrades, indem sie bei hohen Reibwerten die maximale Bremskraft am Vorderrad reduziert und damit die Fahrstabilität unter Berücksichtigung von Nickrate und Längsbeschleunigung erhält.

Die Motorrad-Stabilitätskontrolle registriert mit einer umfangreichen Sensorik die Fahrdynamik der Maschine. So messen unter anderem Radsensoren die Umdrehungsgeschwindigkeit von Vorder- und Hinterrad, und ein Schräglagesensor registriert mehr als 100 Mal pro Sekunde Schräglage und Nickwinkel. Anhand aller Sensordaten, einem Drehzahlvergleich zwischen Vorder- und Hinterrad sowie weiterer motorradspezifischer Parameter wie Reifengröße, Reifenform und geometrischem Einbauort des Sensors errechnet das ABS-Steuergerät die vom Neigungswinkel abhängigen physikalischen Grenzen der Bremskraft.

Kurz gesagt: KTM bezeichnet das MSC als "ABS, das auch in Kurven perfekt funktioniert". Wer bereits ein 2013er-Modell gekauft hat, bleibt nicht außen vor: Das MSC ist um rund 400 Euro nachrüstbar.

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