Fr, 15. Dezember 2017

Pause rächt sich

24.09.2013 12:40

Bald Schluss mit Drei-Stunden-Siesta in Spanien?

Drei Stunden Mittagspause - davon können die meisten Arbeiter nur träumen. In Spanien aber ist genau das seit Langem die Norm. Die Kehrseite: Viele Spanier müssen die lange Pause bis spät nachts aufholen und arbeiten so insgesamt länger als andere Europäer, bekommen dabei aber viel weniger Schlaf. Damit soll nun - genau wie mit der berüchtigten Unpünktlichkeit - Schluss sein, geht es nach spanischen Politikern.

Eine parlamentarische Kommission, die Nationale Kommission für die Rationalisierung der Arbeitszeiten, hat die Gepflogenheiten in Spanien unter die Lupe genommen. Das Resultat: Um aus der Rezession zu gelangen und die chronische Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen, sei ein komplettes Umkrempeln der Arbeitszeiten und -praktiken unumgänglich.

Bessere Einteilung der Arbeitszeit vonnöten
"Wir brauchen flexiblere Arbeitszeiten, wir müssen unsere Mittagspausen verkürzen, unsere Geschäftstreffen mithilfe von zeitlichen Beschränkungen rationalisieren und Pünktlichkeit vorleben und verlangen", heißt es in dem Kommissionsbericht. Am Donnerstag soll er Politikern vorgelegt werden, bei denen er voraussichtlich auf Zustimmung treffen wird, berichtet der "Telegraph".

Drei Stunden Pause - Arbeit bis spät nachts
Damit könnte zum Beispiel das letzte Stündchen der dreistündigen Mittagspause in Spanien geschlagen haben. Ursprünglich war sie eingeführt worden, da die Temperaturen im Land zu Mittag vielerorts die 40-Grad-Marke überschreiten. Die Zeit wird abends wieder hereingeholt, Arbeitszeiten bis 21 Uhr sind normal. Danach stehen dann oft auch noch Treffen mit Geschäftspartnern an. Dass die allermeisten Büros und Fabriken inzwischen allerdings mit Klimaanlagen ausgestattet sind, spielte bisher keine Rolle.

Mehr Arbeit, aber weniger Resultate und Schlaf
Das Resultat der verschobenen Arbeitszeiten: Die Spanier arbeiten laut Kommission sogar mehr Stunden als zum Beispiel die Deutschen, verschwenden dabei aber mehr Zeit und produzieren wesentlich weniger. Zudem müssen sie mit einer Stunde weniger Schlaf pro Nacht auskommen. Dringend nötig seien daher "in diesen schwierigen und kritischen Zeiten humane Arbeitszeiten", heißt es im Bericht. "Sie würden die Produktivität erhöhen, Fehlzeiten und Unfälle sowie Abbrecherquoten von Schulen verringern."

Kürzerer Arbeitstag für glücklichere Spanier
Ein weiterer Baustein auf dem Weg zu besseren Arbeitsbedingungen sei der Umstieg von der Mittel- auf die Westeuropäische Zeit, empfiehlt die Kommission. Damit könne ein kürzerer Arbeitstag durchgesetzt werden, der besser eingeteilt werde. Damit ließen sich die Lebensqualität der Spanier sowie die niedrige Geburtenrate erhöhen und die Scheidungszahlen reduzieren, glaubt die Kommission.

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