Mo, 23. April 2018

"Krone"-Interview

28.09.2013 17:00

Kings Of Leon wollen zurück auf den Thron

Das Familienunternehmen Kings Of Leon reitet auf dem mechanischen Bullen: Mit dem neuen Album "Mechanical Bull" will das Quartett nach schwierigeren Zeiten wieder durchstarten. Die "Krone" unterhielt sich mit Bassist Jared Followill über das neue Album, die Notwendigkeit von Pausen und warum Nashville viel besser ist als New York oder L.A.

Nachdem ihr Megahit "Sex On Fire" ihre Karriere zum Brennen gebracht hatte, waren die Kings Of Leon fast nicht mehr von ihrem Rock-Thron zu stürzen. Innerhalb weniger Jahre hatten sie sich von kleinen Clubs in riesige Stadien gespielt. Die Kings waren zu Königen des Rock 'n' Roll aufgestiegen. Dem Druck waren sie allerdings nicht gewachsen. 2011 brach die Familien-Band (drei Brüder und ein Cousin) ein Konzert in Dallas schon nach vier Songs ab – und zog sich total aus dem Rampenlicht zurück.

Pause zum Durchstarten
Schon brodelte es in der Gerüchteküche, dass die Kings Of Leon ihre Krone endgültig abgelegt hätten. "Wir waren einfach total ausgebrannt. Wir waren fast neun Jahre ununterbrochen auf Tour und hatten nie mehr als maximal drei Monate Pause dazwischen", erzählt Bassist Jared Followill. "Wir haben uns dazu entschieden, nach der Veröffentlichung von 'Come Around Sundown' ein Jahr freizunehmen, um uns zu entspannen und gestärkt zurückzukommen. Natürlich hat dieses Freinehmen nach dem Tourabbruch in den USA sonderbar gewirkt, aber prinzipiell war das immer so geplant", bekräftigt er. "Wir werden uns niemals auflösen – das hoffe ich zumindest."

Zurückgezogen haben sich die vier in ihrer Heimatstadt Nashville – fern vom Trubel der großen Rock-Bühnen, wo sie zwischen den Karohemd tragenden Cowboys nicht weiter auffallen. "Erkennen tut uns hier niemand, aber in Nashville ist auch nicht wirklich viel los. Dort leben nur wenige große Berühmtheiten wie etwa Nicole Kidman, und sogar sie wird dort eigentlich nicht wirklich erkannt", lacht Jared. Der Urlaub hat ihnen gutgetan. Frisch und erholt machten sie sich ans Werk, um ihr neues Album "Mechanical Bull" aufzunehmen. "Wir hatten dieses Feeling von früher, fühlten uns einfach jünger."

Versteckte Traditionen
Wer beim Albumtitel an den John-Travolta-Film "Urban Cowboy" denken muss, liegt goldrichtig. "Während wir das Album im Studio eingespielt haben, haben wir uns immer wieder Filme angesehen. 'Urban Cowboy' sogar mehrere Male - daraus ist schließlich der Albumtitel entstanden." Dabei blieben die Kings Of Leon einer lieb gewordenen Tradition treu, wie Jared betont. "Der Titel 'Mechanical Bull' hat fünf Silben - so wie alle Titel all unserer bisherigen Alben. Das ist unser persönlicher roter Faden."

Nun wollen sie damit die Rock-Krone zurückerobern. Ein erstes kräftiges Lebenszeichen gaben sie auf dem diesjährigen Nova-Rock-Festival. Doch das soll nur der Anfang gewesen sein. "Natürlich wollen wir erfolgreich sein. Unsere Freunde, die Band The Black Keys aus Nashville, sind vor allem in den USA durch die Decke gegangen. Es geht nicht um einen Wettkampf, wer erfolgreicher ist, aber wir wollen zumindest auf einer Ebene sein und in den gleichen Locations spielen können wie sie. Da wir alle gute Freunde sind, ist es natürlich großartig, gemeinsam ein Teil des Rock 'n' Roll unserer Generation zu sein."

Surreales Karriere-Erlebnis
Den großen Erfolg der hart arbeitenden Familienbande kann Jared noch heute nicht ganz fassen. "Das ist sehr surreal. Wir denken öfters daran, dass wir diesen Level wohl nicht ewig halten können und auch mal wieder auf kleineren Bühnen spielen werden. Jedenfalls genießen wir diesen Erfolg, so lange es uns möglich ist."

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