Do, 14. Dezember 2017

Prozessstart in Wien

23.09.2013 11:54

8 Mitglieder der "Pink Panther"-Bande vor Gericht

Am Wiener Straflandesgericht müssen sich seit Montag acht mutmaßliche Mitglieder der "Pink Panther"-Bande vorwiegend wegen schweren Raubes vor einem Schöffensenat verantworten. Die Staatsanwaltschaft Wien legt den Angeklagten im Alter von 23 bis 45 Jahren - allesamt gebürtige Serben - zur Last, direkt an fünf Überfällen auf Juwelier-Geschäfte in Wien und Salzburg oder bei der Planung beteiligt gewesen zu sein bzw. als Fluchthelfer agiert zu haben. Sieben der acht Verdächtigen bekannten sich teilweise schuldig.

Laut Anklageschrift heckte die kriminelle Vereinigung von Belgrad aus Juwelier-Überfälle in ganz Europa aus. Als Drehscheibe soll dabei das Lokal "Dukat" in der serbischen Hauptstadt fungiert haben. Dort sind laut Staatsanwalt Markus Berghammer die Straftaten organisiert worden. Die Beute wurde in diesem Lokal weiterverkauft. Die angeheuerten Täter, die sich auf der unteren Hierarchieebene der "Pink Panther"-Bande befinden sollen, seien an diesem Ort entlohnt worden.

Juwelier mit Axt attackiert
Berghammer hob in seinem Eröffnungsvortrag die "besonders brutale Vorgangsweise", u.a. mit Äxten und Pistolen hervor. Als Beispiel führte der Staatsanwalt den Überfall auf den Juwelier "Elif" in Wien-Hernals am 2. Oktober 2012 an: "Die Täter wussten, dass sich die Angestellten wehren würden, da der Juwelier schon einmal überfallen worden war." Daher hätten sie ohne Vorwarnung auf einen der Angestellten mit der Axt eingeschlagen. Das Opfer erlitt eine Schädelfraktur.

Auch die spektakuläre Flucht nach dem Überfall auf den Juwelier "Böhnel" in Wien-Mariahilf am 2. Juli 2012 ist laut Berghammer "exemplarisch für die brutale Art": "Sie setzten sich in ein Fluchtauto und fuhren auf dem Gehsteig davon - ohne Rücksicht auf Passanten." Die acht Angeklagten gehören laut Staatsanwalt zu einer kriminellen Vereinigung, die auch teilweise die Raubüberfälle mitgeplant hätten, etwa was das Auskundschaften der Juweliere ein paar Tage vor der Tat betrifft.

Angeklagte sind nur "Ausführer und Beitragstäter"
Die sieben Verteidiger sprachen in ihren Eröffnungsplädoyers beinahe unisono von einem "enormen Druck" als Tatmotiv, der wegen Geldschwierigkeiten in der Heimat der Angeklagten entstanden wäre. Bei den Beschuldigten handle es sich aber nicht um "Auftraggeber", sondern lediglich um "Ausführer und Beitragstäter". Einer der Angeklagten sei zudem ein ehemaliger Sonderschüler: "Dass er die Planung übernommen hat, ist einfach absurd", so der Verteidiger.

Sieben der Männer bekannten sich daher teilweise schuldig. Ein 45-jähriger Taxifahrer, der als einziger vorzeitig aus der Untersuchungshaft entlassen worden war, bestritt, von den Überfällen gewusst zu haben. Er sei lediglich mit Fahrten zwischen Wien und Serbien beauftragt worden. Er bekannte sich nicht schuldig.

Die inkriminierten Überfälle wurden von Februar 2012 bis März dieses Jahres verübt. Die Verhandlung ist für insgesamt vier Tage anberaumt.

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