Mi, 13. Dezember 2017

Drama in Pakistan

22.09.2013 14:39

Mehr als 70 Tote bei Selbstmordanschlag auf Kirche

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine christliche Kirche in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar sind am Sonntag mehr als 70 Menschen getötet worden, weitere 130 Personen wurden verletzt. Nach Angaben der Polizei sprengten sich zwei Selbstmordattentäter am Ende des Sonntagsgottesdienstes vor der Kirche in die Luft.

Der Chef der örtlichen Polizeistation berichtete, dass die Gläubigen gerade das letzte Gebet sprechen wollten und im Kirchenhof bereits die Verteilung von Essen begonnen hatte, als der Anschlag verübt wurde. Nach Polizeiangaben trug jeder der beiden Attentäter sechs Kilo Sprengstoff bei sich. Unter den Toten befinden sich demnach zahlreiche Frauen und vier Kinder.

Bisher bekannte sich niemand zu der Tat. Peshawar liegt jedoch nahe der halbautonomen Stammesgebiete in der unwegsamen Bergregion entlang der Grenze zu Afghanistan, die als Hochburg der Taliban und als Rückzugsort anderer Extremisten gilt. Diese verüben immer wieder Anschläge auf aus ihrer Sicht "Ungläubige".

"Terroristen haben keine Religion"
Premierminister Nawaz Sharif verurteilte den Anschlag. Es sei gegen die Lehren des Islam und aller Religionen, Unschuldige anzugreifen. "Terroristen haben keine Religion." Sharif versucht seit seiner Amtsübernahme im Juni, Gespräche mit den pakistanischen Taliban in die Wege zu leiten - bisher ohne Erfolg.

Christen haben in Pakistan kein leichtes Leben - sie klagen besonders im Zusammenhang mit den international umstrittenen Blasphemiegesetzen des Landes über Diskriminierung. Gezielte Angriffe auf Angehörige der Minderheit oder auf Kirchen sind aber - gemessen an der sonst in Pakistan vorherrschenden Gewalt - verhältnismäßig selten. Christen machen rund vier Prozent der rund 180 Millionen Pakistanis aus.

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