So, 17. Dezember 2017

Abkommen mit Seoul

21.09.2013 07:55

Nordkorea sagt Zusammenführung von Familien ab

Nordkorea hat die für kommende Woche geplanten Familienzusammenführungen mit Südkorea abgesagt. Die Treffen der Familien würden auf unbestimmte Zeit verschoben, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Samstag. Auf die Wiederaufnahme der Zusammenführungen von Angehörigen, die im Korea-Krieg (1950 bis 1953) getrennt wurden, hatten sich das stalinistisch geführte Nordkorea und Südkorea erst vor wenigen Wochen geeinigt.

Nordkorea warf dem Süden vor, konservative Kräfte würden die Familienzusammenführungen benutzen, um die Konfrontationen auf der koreanischen Halbinsel zu steigern. Die Zusammenführungen würden verschoben, "bis es eine normale Atmosphäre geben kann", wurde ein Komitee für die Beziehungen zu Südkorea zitiert.

Die Zusammenführungen hätten im Kumgang-Bergressort in Nordkorea nahe der Grenze zu Südkorea zwischen 25. und 30. September stattfinden sollen. Das Programm aus dem Jahr 2000, in dessen Rahmen bisher Tausende Menschen kurzzeitig ihre Verwandten besuchen konnten, sollte nach dreijähriger Pause wieder aufgenommen werden.

Menschen sind "zutiefst enttäuscht"
Der 92-jährige Kang Neung-hwan, der seinen in Nordkorea lebenden Sohn besuchen wollte, zeigte sich "zutiefst enttäuscht". "Es wird immer schmerzhafter für mich, darauf zu warten, ihn zu sehen", sagte er der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. Koh-jeong Sam sagte, die Enttäuschung seiner 95-jährigen Mutter sei nicht in Worte zu fassen. Sie habe viele Geschenke für ihre Schwestern im Norden besorgt. Auf den offiziellen Listen für die nun abgesagten Treffen standen jeweils etwa hundert Süd- und Nordkoreaner.

Insgesamt stehen etwa 72.000 Südkoreaner auf einer offiziellen Warteliste und hoffen, ihre Familienmitglieder im Norden besuchen zu dürfen. Die Hälfte von ihnen ist bereits über 80 Jahre alt.

Großes Konfliktpotenzial zwischen Nord- und Südkorea
Das total verarmte, aber bis zur Atommacht hochgerüstete Nordkorea fährt seit Jahren einen Kurs, in dem es an der Eskalationsschraube dreht, um Zugeständnisse Südkoreas und der USA zu erhalten. Erst jüngst wurde der gemeinsame Industriepark Kaesong nach fünfmonatiger Schließung durch Nordkorea wieder geöffnet. Nordkorea fordert derzeit auch eine bedingungslose Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche zu seinem Atomwaffenprogramm mit den USA, China, Russland, Japan sowie Südkorea. Ziel der Gespräche ist es, Nordkorea im Gegenzug für Hilfsgelder und Lebensmittel zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen.

Gegen Nordkorea gibt es wegen des Atomprogramms zahlreiche Sanktionen. Der Konflikt eskalierte zuletzt, als das isolierte Land zum dritten Mal einen Atomsprengsatz erprobte. Die Führung in Pjöngjang drohte danach Südkorea und den USA heuer im Frühjahr fast täglich mit Krieg. Der Korea-Krieg wurde nicht mit einem Friedensvertrag beendet, formell befinden sich die beiden Teile daher nach wie vor im Kriegszustand.

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