Mi, 13. Dezember 2017

Aus Habgier

20.09.2013 17:54

Russische Killer-Familie ermordete 30 Menschen

Es sind Morde mit unvorstellbarer Grausamkeit: Bis zu 30 Menschen soll eine Familie in Südrussland getötet haben. Die Opfer sind Polizisten, Händler, Jäger - aber auch Kinder. Die Details der Bluttaten jagen Schauer über den Rücken. Noch unfassbarer aber macht in Russland die Gleichgültigkeit der "Mörderfamilie", wie Medien die 46-jährige Kindergärtnerin Inessa, ihren 35 Jahre alten Mann Roman und ihre beiden Töchter nennen.

"Das Morden wurde Alltag. Wir gingen zum Raubüberfall wie andere Leute zum Arbeiten ins Büro", erzählte Inessa völlig ruhig im Verhör. Habgier und Rache sollen das Paar - er Zahnarzt, sie Kindergärtnerin - getrieben haben. Inessas Tochter aus erster Ehe, die 25-jährige Viktoria, wurde zur Mordkomplizin, und auch die jüngere Schwester Anastasia wird der Beteiligung an den Raubzügen verdächtigt.

Seit 2008 tötete die Bande, erstes Opfer war Inessas früherer Geliebter. 2009 sollen die Serienmörder die Familie eines Fallschirmjägers erschossen haben - ihn selbst, seine Frau, und seinen siebenjährigen Sohn. Die elfjährige Tochter ist laut Medienberichten mit 37 Messerstichen regelrecht hingerichtet worden. Die Familie starb für einen Laptop, ein Auto, einen Föhn und eine Kamera.

Inessa: "Habe nur Erwachsene umgebracht"
Bei einer weiteren Bluttat soll die "Mörderfamilie" zwei Mädchen umgebracht und ihnen die Augen ausgestochen haben - um an die Waffensammlung ihres Vaters zu kommen. Wenn sie kein Geld und keine Waffen fanden, taugten aber auch Alkohol, Kerzen oder Essen aus der Tiefkühltruhe als Beute. Inessa will aber selbst keine Morde an Kindern begangen haben, das sei ihr Mann gewesen. "Ich habe nur Erwachsene umgebracht", wird sie in Zeitungen zitiert.

"Bisher sind neun Morde bewiesen", erklärte Galina Gagalajewa vom Ermittlungsausschuss der südrussischen Millionenstadt Rostow am Don am Freitag. "Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass die Familie noch mehr Opfer auf dem Gewissen hat", ergänzte die Justizsprecherin. Bis zu 30 Opfer könnte es geben. Die Polizei konnte den monströsen Umfang des Verbrechens erst nicht glauben. Doch bei einem Ortstermin demonstrierte Inessa, mit Handschellen gefesselt und mit einer Pistolenattrappe, wie sie ein Opfer aus nächster Nähe erschoss. "Hier haben wir gestanden. Dann habe ich ihm ins Gesicht geschossen", sagte sie im Polizeivideo. Den Umstehenden ist der Schreck ins Gesicht geschrieben.

"Ich bin die geborene Verbrecherin"
"Ich bin die geborene Verbrecherin", sagte Inessa im Verhör weiter. Die russische Presse vergleicht die blondierte Frau bereits mit "Ma" Barker - einer schwer kriminellen US-Bandenchefin, die in den 1930er-Jahren zahlreiche Morde verübte. Ihre Bluttaten verbarg die Familie jedenfalls hinter einer bürgerlichen Fassade. Den Nachbarn erzählten sie, zum Campen zu fahren - stattdessen gingen sie auf Raubzug.

"Sie sahen aus wie eine nette Familie. Wenn man sie zusammen sah - ich bin sicher, niemand konnte sich bei ihnen eine solche kriminelle Energie vorstellen", sagte Wladimir Markin, Sprecher der staatlichen Ermittlungsbehörde. Ein anderer Justizmitarbeiter sprach von einem "Blick in den Abgrund".

Opfer meist zufällig gewählt
Schmuck, Wodka, Elektronik - kaum etwas, das die Familie nicht raubte und dafür mordete. Die Opfer wurden meist zufällig gewählt. "Wir töteten Polizisten wegen ihrer Waffen und andere Leute wegen ihres Geldes", erzählte Inessa den schockierten Beamten. Ihre Beute versteckten sie bei einem befreundeten Polizisten. Von ihm und seiner Frau wurden die Mörder jahrelang gedeckt - das Ehepaar sitzt nun ebenfalls in Untersuchungshaft.

Möglich war die beispiellose Mordserie aber offenbar auch wegen des Versagens der Polizei. Spuren wurden missachtet, Unschuldige saßen jahrelang in Haft. Die Lokalpresse kritisiert nun schlampige Ermittlungen. Das Ende mit Schrecken kam erst am 8. September, rund sechs Jahre nach dem ersten Mord.

Blutiger Feldzug endete mit Schießerei im Wald
Um 4 Uhr wurden Polizisten in einem Waldstück auf das Licht einer Taschenlampe aufmerksam. "Seid ihr wegen uns hier?", schrie ihnen ein Mann entgegen - und eröffnete das Feuer. Es war Roman. Er erschoss einen Beamten, wurde dann selbst tödlich getroffen. Seine Stieftochter Valentina wurde indes verletzt festgenommen, Stunden später fassten die Ermittler auch Inessa. Die 13-jährige Anastasia wurde ebenfalls in Polizeigewahrsam genommen. Der blutige Feldzug der "Mörderfamilie" war endlich vorbei.

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