Do, 14. Dezember 2017

"Wettrennen"

20.09.2013 15:55

Apples Fingerabdruck-Scanner im Visier der Hacker

Weltweit scheinen sich Hacker derzeit nur mit einer Sache zu beschäftigen: dem neuesten Smartphone von Apple, dem iPhone 5S, das seit Freitag in den Läden liegt. Die Hacker liefern sich ein Rennen: Gewonnen hat am Ende derjenige, der als Erster das Sicherheitssystem des neuen Fingerabdruck-Scanners knackt.

Und das ist wohl auch im Sinne des US-Konzerns. "Es geht darum, ein Problem zu lösen, bevor es ein Problem wird", sagt Arturas Rosenbacher von der Investmentgesellschaft IO Capital. Die intelligentesten Köpfe würden nun daran arbeiten, Apple bei der Erkennung von Fehlern zu helfen. Für den Konzern sei dies wichtig, schließlich werbe er damit, dass der Fingerabdruck-Scanner die Daten der Kunden sicherer mache.

"Ich warte nur darauf, dass ich das Gerät in meinen Händen halte. Ich werde die ganze Nacht wach bleiben, um den Sensor zu knacken", kündigte Hacker David Kennedy an, der einmal als Cyber-Analyst für die US-Marine gearbeitet hat.

Gewinner erwartet Belohnung
Nicht allein der sportliche Ehrgeiz treibt die Hacker an: Wer als Gewinner aus dem Wettbewerb hervorgeht, erhält neben 13.000 Dollar in bar auch diverse Alkoholika, Bücher, einen nicht näher genannten Betrag der Online-Währung Bitcoin sowie weitere Preise.

Dabei fiel der Startschuss nicht erst am Freitag, als neben der Luxusvariante 5S noch das günstigere Modell 5C in den Handel kam. Viele Hacker laufen sich bereits seit Mittwoch warm, als das neue Betriebssystem iOS 7 auf den Markt kam. Der 36-jährige Soldat Jose Rodriguez entdeckte laut Forbes.com dabei ein erstes Sicherheitsproblem. Apple kündigte umgehend an, dies zu beheben.

Gute und böse Hacker liefern sich Wettrennen
Damit ist der Konzern nicht allein: Auch Google, Samsung und Microsoft standen in der Vergangenheit im Mittelpunkt der Computerfreaks. Meist hatten die Großkonzerne Glück und die "guten" Hacker waren schneller als diejenigen, die kriminellen Profit aus ihrem Hacker-Erfolg schlagen wollten. Im Gegensatz zu denen mit böser Absicht unterrichten die sogenannten "White Hats" die Firmen über ihre Entdeckung, damit diese den Fehler beheben können.

Sorge um Sicherheit
Sicherheitsexperten sorgen sich vor allem um die Auswirkungen, die es haben könnte, dass der Fingerabdruck-Scanner Zugriff auf sensible Daten auf dem Handy gibt und auch mobile Einkäufe ermöglicht. Per Daumendruck kann das 5S entsperrt oder eben iTunes aktiviert werden. Dies gilt als Riesenschritt beim Gebrauch der Biometrie in der Verbraucherelektronik.

Dem in der Hackergemeinde sehr bekannten Sicherheitsingenieur Charlie Miller zufolge könnten Hacker wie Kennedy weniger als zwei Wochen benötigen, um die Sperre zu knacken. Allerdings betonen Experten eben auch, dass bisher nichts darauf hindeutet, dass Apple mit ernsthaften Problemen bei dem neuen Scanner rechnen muss. Tester schwärmten zuletzt bereits von der Nutzerfreundlichkeit und Verlässlichkeit.

Apple beruhigt
Die sensiblen Daten des Fingerabdruck-Scanners werden verschlüsselt auf dem Prozessorchip des iPhone 5S gespeichert. Die Informationen werden an keinen Server weitergeleitet, auch nicht an den externen Datenspeicher von Apple, die iCloud. Dan Riccio von Apple versicherte: "Es handelt sich TouchID um eine der am weitesten entwickelten Hard- und Software, die man in ein Gerät packen kann."

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