Mi, 13. Dezember 2017

Biss ins Genick

19.09.2013 19:40

D: Tiger tötete Pfleger im Zoo von Münster

Mit einem Biss ins Genick hat ein Tiger am Donnerstag im Allwetterzoo von Münster seinen Tierpfleger getötet. Der erfahrene Mann habe offenbar beim Füttern der Tiere vergessen, eine Luke des Käfigs zu schließen, sagte Zoodirektor Jörg Adler. Der 56-Jährige sei durch eine Schleuse in das Freigehege gegangen, um es zu reinigen. Dabei habe er übersehen, dass der zehnjährige Tiger schon durch die offene Luke in das Gehege gelangt war.

Besucher hätten den Unfall beobachtet und die Zooleitung alarmiert, berichtete der Zoodirektor weiter. Die Rettungskräfte seien aber zu spät gekommen. "So ein Zusammentreffen mit einem Tiger ist nicht zu überleben", so Adler.

Zoodirektor ortet menschliches Versagen
Der Tote sei ein langjähriger und erfahrener Pfleger gewesen. Adler sprach von menschlichem Versagen. Den Tiger treffe keine Schuld, er habe instinktiv einen Eindringling in seinem Revier angegriffen. Im Zoo von Münster leben zwei Amurtiger, ein Männchen und ein Weibchen. Es war das 2005 aus Leipzig nach Münster gekommene Tier "Rasputin", dass den Pfleger tötete.

Im Zoo kümmerten sich unterdessen mehrere Unfallseelsorger um die geschockten Mitarbeiter. Staatsanwaltschaft und Polizei haben Ermittlungen aufgenommen. "Es gibt Zeugen für den Vorgang, so dass wir den Tod unseres Pflegers rekonstruieren können", sagte Adler.

Das Thema Sicherheit im Zoo spiele bei allen Mitarbeitern immer eine große Rolle. "Sie können noch so viele Alarmsysteme und Technik einbauen. Am Ende steht der Mitarbeiter, der entscheidet. Aber natürlich frage ich mich, was ich als Zoodirektor hätte anders machen können."

Erinnerungen an Tod von Tierpflegerin in Köln
Im August vergangenen Jahres war in Köln eine Tierpflegerin von einem Sibirischen Tiger angefallen und getötet worden. Die Frau war von der Raubkatze überrascht und angegriffen worden. Zoodirektor Theo Pagel hatte das Tier nach der Attacke erschossen.

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