Mo, 11. Dezember 2017

Schon mehr als 1.000

17.09.2013 15:10

Steuerabkommen mit Schweiz: Selbstanzeigen boomen

Das seit Jahresbeginn gültige Schwarzgeld-Steuerabkommen mit der Schweiz hat zu einem wahren Boom von Selbstanzeigen beim Finanzamt geführt. Zwischen 1. Jänner und 12. Juli 2013 hat es 1.502 Selbstanzeigen im Zusammenhang mit Einkünften in der Schweiz gegeben, teilten die Wirtschaftsprüfer des Unternehmens Deloitte am Dienstag mit. Im gesamten Vorjahr waren es lediglich 406 gewesen. Insgesamt wurden heuer bis Mitte Juli 5.411 Selbstanzeigen bei der Finanz verzeichnet, im Gesamtjahr 2012 waren es 6.697.

Knapp 13.600 Österreicher haben sich zudem dafür entschieden, ihr Vermögen in der Schweiz den heimischen Steuerbehörden offenzulegen. Die Frist dazu ist Ende Mai ausgelaufen. Diese Offenlegung wird ebenfalls als Selbstanzeige gewertet. Rund 4,4 Milliarden Euro wurden dabei den österreichischen Behörden gemeldet.

Die Schweiz hat Österreich bisher in zwei Tranchen 671,4 Millionen Euro an Steuereinnahmen überwiesen. Diese Summe entspricht jenen in der Schweiz deponierten Vermögen, deren österreichische Besitzer anonym bleiben wollen und eine Abgeltungssteuer in der Höhe von 15 bis 30 Prozent zahlen mussten.

Deloitte: Eine Milliarde ist realistisch
Österreich rechnet mit etwa einer Milliarde Euro an Steuereinnahmen, die durch das Abkommen mit dem Nachbarland in die Kasse der Republik fließen sollen. Laut Deloitte ist diese Zahl realistisch: Zwischen 200 und 400 Millionen Euro sollten noch aus den gemeldeten 4,4 Milliarden Euro fließen, so das Unternehmen.

Im Zusammenhang mit dem ab Anfang Jänner 2014 geltenden Schwarzgeld-Steuerabkommen mit Liechtenstein hat es bisher noch wenige Selbstanzeigen gegeben. Der Liechtensteiner Landtag hat dem Steuerabkommen mit Österreich Anfang September zugestimmt. Finanzministerin Maria Fekter rechnet in der zweiten Jahreshälfte 2014 mit einer ersten Überweisung aus dem Fürstentum.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden