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17.09.2013 15:10

Steuerabkommen mit Schweiz: Selbstanzeigen boomen

Das seit Jahresbeginn gültige Schwarzgeld-Steuerabkommen mit der Schweiz hat zu einem wahren Boom von Selbstanzeigen beim Finanzamt geführt. Zwischen 1. Jänner und 12. Juli 2013 hat es 1.502 Selbstanzeigen im Zusammenhang mit Einkünften in der Schweiz gegeben, teilten die Wirtschaftsprüfer des Unternehmens Deloitte am Dienstag mit. Im gesamten Vorjahr waren es lediglich 406 gewesen. Insgesamt wurden heuer bis Mitte Juli 5.411 Selbstanzeigen bei der Finanz verzeichnet, im Gesamtjahr 2012 waren es 6.697.

Knapp 13.600 Österreicher haben sich zudem dafür entschieden, ihr Vermögen in der Schweiz den heimischen Steuerbehörden offenzulegen. Die Frist dazu ist Ende Mai ausgelaufen. Diese Offenlegung wird ebenfalls als Selbstanzeige gewertet. Rund 4,4 Milliarden Euro wurden dabei den österreichischen Behörden gemeldet.

Die Schweiz hat Österreich bisher in zwei Tranchen 671,4 Millionen Euro an Steuereinnahmen überwiesen. Diese Summe entspricht jenen in der Schweiz deponierten Vermögen, deren österreichische Besitzer anonym bleiben wollen und eine Abgeltungssteuer in der Höhe von 15 bis 30 Prozent zahlen mussten.

Deloitte: Eine Milliarde ist realistisch
Österreich rechnet mit etwa einer Milliarde Euro an Steuereinnahmen, die durch das Abkommen mit dem Nachbarland in die Kasse der Republik fließen sollen. Laut Deloitte ist diese Zahl realistisch: Zwischen 200 und 400 Millionen Euro sollten noch aus den gemeldeten 4,4 Milliarden Euro fließen, so das Unternehmen.

Im Zusammenhang mit dem ab Anfang Jänner 2014 geltenden Schwarzgeld-Steuerabkommen mit Liechtenstein hat es bisher noch wenige Selbstanzeigen gegeben. Der Liechtensteiner Landtag hat dem Steuerabkommen mit Österreich Anfang September zugestimmt. Finanzministerin Maria Fekter rechnet in der zweiten Jahreshälfte 2014 mit einer ersten Überweisung aus dem Fürstentum.

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