Mi, 13. Dezember 2017

Studie beweist:

17.09.2013 10:33

Wut verbreitet sich im Web am schnellsten

Forscher der chinesischen Beihang-Universität haben herausgefunden, dass sich in sozialen Netzwerken wütende Postings weit schneller verbreiten als solche, die andere Gefühle zum Ausdruck bringen. Es ist das Ergebnis einer groß angelegten Untersuchung am chinesischen Twitter-Konkurrenten Weibo, bei der rund 70 Millionen Postings von insgesamt 200.000 Nutzern analysiert wurden.

"Das erklärt, wieso Ereignisse, die in Zusammenhang mit sozialen Problemen stehen, sich extrem schnell über Weibo verbreiten", zitiert die Technikzeitschrift "Technology Review" Rui Fan, den Leiter des für die Studie verantwortlichen Forschungsteams.

Dabei seien jene Tweets, die sich besonders rasant verbreiten, üblicherweise einer von zwei Kategorien zuzuordnen: Wut über Konflikte mit anderen Staaten oder über interne soziale Probleme. Freude, Traurigkeit oder Ekel verbreiten sich dagegen weit langsamer.

Wütende Tweets verbreiten sich viel schneller
Wut ist der Studie zufolge im sozialen Web also eine weit mächtigere Emotion als alle anderen und verbreitet sich unter den 500 Millionen Nutzern des chinesischen Kurznachrichtendienstes mit ihren 100 Millionen Nachrichten pro Tag besonders rasant.

Wütende Tweets über Nahrungsmittelprobleme, Korruption oder Zwangsumsiedlungen würden im Schnitt von einem Nutzer auf drei weitere überspringen, heißt es in der Studie. Andere Nachrichten nicht in diesem Ausmaß, am ehesten machten bei der Untersuchung noch freudige Mitteilungen die Runde, traurige oder angewiderte verbreiten sich kaum.

Ähnlicher Trend auch für Twitter denkbar
Durchgeführt wurde die Studie mithilfe einer Netzwerkanalyse, bei der die Probanden zueinander in Beziehung gesetzt wurden und beobachtet wurde, wie Nachrichten von einem Weibo-Nutzer zum nächsten wandern. Die untersuchten Nachrichten wurden von den Forschern dabei den vier Emotionen Wut, Freude, Traurigkeit und Ekel zugeschrieben.

Ob in anderen sozialen Netzwerken ähnliche Effekte zu beobachten sind, müssen weitere Studien klären. Die tragende Rolle, die das soziale Web etwa bei den Revolutionen in der arabischen Welt innehatte, deutet jedoch zumindest darauf hin.

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